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Menorca 2007 |
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Menorca - Die Mola de Fornells, sehr schön und etwas mysteriös
Sommer, Sonne, Strand und Meer - das war genau das, was ich und meine Begleiter uns gewünscht hatten. Diesen Sommer nur: ausspannen, faul und bequem sein! Da liegt es nahe, eine Pauschalreise zu buchen! Also ging es nach Menorca, in eine Appartementanlage in Son Parc, ganz im Norden der Insel. Für gerade mal eine Woche. Alles erschien mir gut zu sein: schließlich war der heimische Sommer eine Katastrophe mit dauerhaftem, vorweggenommenen Herbstwetter - pfui! Die Aussicht auf ein paar schöne, sonnige Tage auf der kleinen Schwesterinsel von Mallorca sorgte da für Aufheiterung. Bis wir dann bei einer entsprechender Suche im Web in diversen Foren Sätze lasen, wie, es sei in diesem Ort todlangweilig, es gäbe nichts, rein gar nichts, was man dort machen könne. Der Ort biete nichts sehenswertes, ebenso wie die Umgebung. Der Strand sei zwar großartig, der Rest aber sei eben langweiliger Mist! OH!! Das war nun auch nicht das, was wir in unserem Urlaub wollten: allein gepflegte Langeweile erschien uns dann doch etwas arg wenig, selbst für nur eine Woche... Nun denn - an dem Ort angekommen bestätigte sich einiges von dem
Gelesenen. Aber dass man in Son Parc nun rein gar nichts machen kann, außer das Strandleben zu genießen, erwies sich dann doch als blanker Unfug! Selbst wenn man sich keinen Mietwagen nimmt ist es kein Problem: man kann völlig problemlos und günstig mit Linienbussen mehrere Orte der Insel direkt anfahren (Mahón bzw. Mao, Es Mercadal, Fornells, Cala Tirant - leider nicht direkt das angeblich so malerische Ciutadella am westlichen Ende der Insel, hierfür wäre ein Umsteigen nötig gewesen, was an sich jedoch auch kein Problem darstellen würde). Ein solcher Ausflug führte uns in das malerische frühere Fischerdorf Fornells, schön gelegen an der riesigen Bucht Badia de Fornells, von unzähligen und teilweise sehr edlen Segel- und Motorjachten besucht mit einem Hauch von "High Society". Zu dem Ort Fornells an dieser Stelle aber nur zwei kurze Tipps, man findet ja in jedem Reiseführer viel über Fornells. Man sollte nicht versäumen, eine Bootsfahrt zu machen. Diese werden von lokalen Veranstaltern auf kleinen Schiffen angeboten, sie führt durch die ausladende Bucht und ein Stück die beeindruckende Steilküste entlang. Eine wirklich schöne Stunde!
Ein Erlebnis der ganz besonderen Art war auch der Besuch in dem
Restaurant-Café Es Pla am Hafen. Sobald man das Café betritt stürmt
ein eher grimmig dreinschauender Herr auf einen zu - ob man etwas
essen wolle, oder etwa nur was trinken? Mit dem Wunsch, etwas zu
trinken wird man, zack zack, an einen Katzentisch platziert (das
erging nicht nur uns so - etliche wurden allerdings auch trotz
vieler freier Tische brummelnd weggeschickt). Die freundliche Frage
nach der Karte wird mit dem schroffen und ungeduldigen Satz "We
don't need a carrd - we have everrything!!" beantwortet (wörtliches Zitat, der
spanische Akzent dabei lässt sich jedoch nicht so recht schreiben). Ich schlucke meinen Wunsch nach einem "Küstennebel"
oder einem "Dithmarscher Pilsener" herunter und bestelle einen Pastis, meine Begleitung ähnliches. Nach einem Moment kommt ein
junger Bediensteter, knallt drei leere Gläser auf den Tisch und
schenkt ein. Beim ersten Aber Stopp; das alles sollte ja gar nicht das Thema des Textes sein, sondern nur eine kleine Anekdote am Rande! Es gibt auf Menorca, wenn man etwas sehen will, außer den Bussen und Schiffen ja auch die Möglichkeit, sich ein wenig zu bewegen. Und siehe da: Auf Schusters Rappen lässt die Insel wunderbare und einmalige Blickwinkel zu! Manchmal sah ich von "unserem" Strand aus in ein paar hundert Metern Entfernung einige wenige Leute, die auf der felsigen und unbebauten Seite der Bucht mit Luftmatratzen etc. "bewaffnet" einen Weg entlang gingen. Wofür sollte wohl die Luftmatratze sein - wenn nicht für eine Badestelle? Eine Badestelle offenbar, die einige Leute einen augenscheinlich mühsamen Weg durch die sengende Sonne bewältigen lässt. Schon allein aus Neugierde musste ich einmal den Weg erkunden - und siehe da: nach einer halben Stunde landete man an einer nahezu verlassenen, wunderschönen Kiesbucht - ein Stückchen weiter dann an einer idyllischen und recht einsamen Sandbucht. Nur wenige Leute sind hier, haben den Weg zu Lande oder auch auf dem Wasser zurückgelegt. Wunderschön! Und den Weg allemal wert! Von wegen: man könne nichts machen in Son Parc! Wir hatten die
Idee bekommen, dass man auf der Insel unendlich viel erlaufen kann
und Spannendes finden wird. Nun war unser Appetit geweckt! Die meinem Reiseführer beiliegende Karte zeigt einen Wanderweg, der direkt in meinem Ferienort Son Parc startet und bis zur Spitze der Mola de Fornells geht - gegenüber dem Ort Fornells auf der anderen Seite der schmalen Einfahrt zur Bucht Badia de Fornells gelegen und ein 122 Meter hoher Hügel direkt am Meer. Von der Bootstour wusste ich, dass diese Halbinsel mit einer grandiosen Steilküste endet - und eben drum sicherlich auch großartige Ausblicke bieten wird. Der Entschluss war schnell gefasst: da will ich hin! Die Wanderung dorthin war ebenso schön wie spannend, warf einige Fragen auf, die ich bis heute nicht klären konnte. Manches erschien mir geradezu mysteriös! Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser Hinweise auf das geben, was man dort, an der Spitze der Mola de Fornells, dann letztlich vorfindet? Schon aus der Ferne der Hotelanlage waren zwei Häuser auf dem steinigen Hügel zu erkennen.... Schon kurz nach meiner Ankunft hatten wir uns gefragt, ob dort wohl Landwirtschaft betrieben werden kann? Also: nichts wie hin!
Dass sich nach einiger Zeit, wie an ein paar Tagen zuvor auch schon, morgens ein paar Wolken zusammen ziehen, stört überhaupt nicht - beim Wandern muss die Sonne gar nicht die ganze Zeit auf einen niederbrennen! Gut so! Der Weg startet in die gleiche Richtung wie der Weg zu der früher
schon In Höhe der kleinen Sandbucht dann wieder ein Zeichen der Zivilisation: Es ist ein Tuckern zu hören. Tatsächlich: es haben zwei Boote in der Bucht übernachtet! Aber - die liegen doch völlig still und friedlich da, nichts rührt sich. Der Blick über den Horizont zeigt jedoch, dass eine frühe Fähre unterwegs ist - wohl in Richtung Mallorca. Es ist nicht wirklich zu schätzen, aber die Entfernung der Fähre muss mindestens 20 km sein. Kein Zweifel, die Geräusche, dieses Tuckern kommen von dort - und kaum zu fassen, wie weit sich in dieser extrem stillen Atmosphäre solche Geräusche ausbreiten können! Aber der Weg biegt jetzt ab, in Richtung der Halbinsel Mola de
Fornells - ein
Der Weg ist auf dieser ersten Hälfte wunderbar zu gehen, es ist ein einfacher Feldweg, zuweilen mit ein paar Steinen und Felsen, aber man muss keine große Vorsicht walten lassen und kann den Blick problemlos über die großartige Landschaft schweifen lassen.
Nach ca. eineinhalb Stunden Wanderung gibt sich zum ersten Mal
der Blick über die Bucht, die Bahia des Fornells frei auf das am Tag zuvor
besuchte Fischerdorf Fornells mit seinen strahlendweißen Häusern.
Völlig verschlafen liegt es auf der anderen Seite des Bassins in
vielleicht zwei Kilometern Entfernung. Kein Boot, kein Auto - nichts
rührt sich. Kurz danach an unserem Weg: ein Haus, das erste Haus seit den Appartementanlagen an "unserer" Badebuch. Es ist jedoch nur noch eine schon lang verlassene Ruine, völlig zusammengefallen, offenbar ein früheres Bauernhaus. Obwohl: was sollte hier ein Bauer? Es gab ganz sicher kaum die Möglichkeit, etwas anzubauen, man sieht auch nur Gestrüpp weit und breit. Auch Viehzucht erscheint mir hier in dieser Landschaft ohne Gras, aber mit viel kargem Gestrüpp unmöglich zu sein. Wir nutzen den markanten Punkt jedoch, um, vor Sonnenstrahlen geschützt, unter diesem Gestrüpp eine Flasche des Wassers zu verstecken. Für die Rückkehr. Das Wasser legt sicherlich keinen Wert darauf, mit auf den Hügel zu kommen, der nun schon gar nicht so weit schien - warum also sollte ich es dort hinauftragen?
Zunächst aber liegt direkt nach dieser Ruine die unangenehmste
Strecke des gesamten Weges vor uns: anstatt des gut begehbaren eher
sandigen Weges ist dieser nun erheblich schmaler und besteht nur
noch aus felsigem Geröll. Er erfordert Achtsamkeit und ist ein wenig
anstrengend, führt sacht aus ca. 50-60 m Höhe, auf der man sich
befand, hinab auf Meereshöhe. Zu zwei kleinen Buchten im Bassin de
Fornells. Eine ist recht lang und lädt mit moderigem Geruch nicht
gerade zum Bade ein... Die zweite Bucht jedoch, direkt gegenüber vom
Ort Fornells gelegen, ist wunderbar! Lieblich und lauschig gelegen,
eine schöne kleine Badebucht. Der perfekte Ort für eine Rast -
direkt bevor der kleine Aufstieg auf den Hügel an der Spitze der
Mola de Fornells beginnt. Dort gibt es ein besonderes Ereignis: auf einem der zahlreichen,
still daliegenden Boote rührt sich etwas! Ein Mensch! Er bereitet
sich das Frühstück - und sollte bis zur Rückkehr zum Tourismus-Ort
der einzige Mensch bleiben, den wir während der Wanderung
erblickten... Nach zweieinhalb Stunden fast pausenloser Wanderung
essen und trinken wir, halten die Füße ins Wasser - stellen dabei
in der grandiosen Ruhe fasziniert fest, dass dort am Ufer fast alles
lebt, selbst das vermeintliche
Kurz danach jedoch gab es nach dem einzigen Menschen der Wanderung ein anderes kleines Empfangskomitee: eine Ziege, wieder mal. Ein durchaus kräftiger Bock mit ansehnlichen Hörnern. Er beobachtet uns genau - bleibt aber in sicherer Entfernung. Wie wir auch. Der Weg geht jetzt gemächlich bergauf und ist wieder gut begehbar, große Klippen gibt es nicht mehr. Der Ziegenbock jedoch braucht keinen Weg. Beeindruckt beobachten wir, wie er sich mit Leichtigkeit und enormer Geschwindigkeit querfeldein über die Felsen bewegt und unseren Blicken zügig entschwindet. Keine Frage für uns: er kennt sich bestens aus, hier ist offenbar sein Revier, und anscheinend hatte er nichts dagegen einzuwenden, dass wir es betreten.
Aber bald vergisst man den Bock, das Interesse wird von einem der
beiden schon von unserem Badestrand aus sichtbaren Häusern in
Anspruch genommen. Es erweist sich schon jetzt aus einiger
Entfernung als - Ruine... Dort wohnt offenbar schon lange niemand
mehr! Außer: weiteren Ziegen. Irgendwann auf dem Weg merken wir:
hier ist das Ziegenparadies! In ganzen Rudeln treiben sie sich
herum, Unklar bleibt, woher die Tiere hier in 100 Metern Höhe genügend Wasser bekommen. Offenbar müssen die Pflanzen genug Flüssigkeit enthalten... Der Weg hier herauf ist teilweise aufwändig gebaut worden, mit massiven Steinaufschüttungen und -abstützungen. Offenbar war die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Wege einmal sehr wichtig! Eigentlich ist hier alles wieder mit geländegängigen Autos befahrbar und die Serpentinen sind weit genug, um sie mit LKW zu nehmen. Irgendwie musste das Material für die Häuser ja auch hier hoch gebracht worden sein! Aber schon stehen wir in etwa 100 Metern Höhe vor dem ersten Haus, der Ruine. Der erste Impuls: hier gab es mal einen Ziegenzüchter, der irgendwann einfach gestorben ist - und nun leben halt nur noch seine Ziegen hier, in unendlicher Freiheit im Ziegenparadies. Aber nein, dieses Haus sieht mehr nach einem Wohnhaus als nach
einem landwirtschaftlichem Betrieb oder ähnlichem aus. Anzeichen,
was es beherbergt hat, finden sich nicht. Ein Stück neben dem Haus
ist ein größeres Stück Felsen ausgehoben, von der
Mittlerweile hat sich auch das zweite, weiter oben stehende und
deutlich größere, Etwas ganz komisches fällt uns hier auf: Wir hatten in den vergangenen Tagen immer wieder schon bemerkt, dass es an "unseren" Stränden von Menorca nur ganz, ganz wenige und sehr kleine Muscheln gibt, diese flachen Herzmuscheln.... Die mit Abstand meisten Muscheln auf Menorca finden wir jedoch jetzt ausgerechnet hier. Oben auf 122 Metern Höhe über dem Meer, sehr schöne spiralförmige Muscheln. In weitaus größerer Stückzahl als am Meer. Wie, um alles in der Welt, kommen die denn hier hin? Warum sind die im Laufe der Zeit nicht völlig verwittert? Ob uns das ein Geologe erklären könnte? Oder wurde hier einmal Schlamm vom Meeresboden heraufgepumpt? Aber wenn - wofür??
Ein kleines Stückchen weiter vorne, an der Abbruchkante der
Steilküste findet man weitere logistische Einrichtungen, deren Sinn
sich nicht ohne weiteres erklärt. Ein aus Beton aufgegossener Kegel
mit einer kreisrunden, ca. 50 cm tiefen Aushebung von etwa vier
Metern Durchmesser. Was soll das denn sein? Einige Halterungen auf dem
Boden erwecken in mir den spontanen Gedanken, hier haben einmal
Geschütze gestanden, in den regalähnlichen Befestigungen am Rand
wurde dann im Kampfesfall die Munition verwahrt... Auf jeden Fall
Möglich und durchaus denkbar aber auch, dass hier mal meteorologische Anlagen gestanden haben und die Häuser ein Heim der Meteorologen war und Station für diverse Messanlagen. Oder standen hier möglicherweise Sendemasten für den Seefunk? Auf jeden Fall: der Blick über das Meer ist gigantisch - und für den Blick die 120 Meter tiefe, zerklüftete Steilküste hinab muss man schon ein wenig schwindelfrei sein. Jedenfalls gibt es keinen Zaun oder ähnliches.
Einiges scheint jedoch dafür zu sprechen, hier auf einen früheren Militär-Standort gestoßen zu sein. Nur: was sollte der hier? Ist der aus Weltkriegszeiten? Immerhin war Spanien im Zweiten Weltkrieg doch neutral! Wofür denn dann eine solche, durchaus aufwändig errichtete Anlage? Oder ist sie womöglich älter? Aus dem ersten Weltkrieg - wobei sich dir Rolle Spaniens im ersten Weltkrieg meiner Kenntnis entzieht. Oder fürchtete man sich früher einmal vor Piraten im Mittelmeer? Keine Ahnung... Jetzt ist hier jedenfalls unendlicher Frieden eingekehrt und wild lebende Ziegen haben hiervon Besitz genommen. Nachdem unser Aufenthalt hier etwa eine halbe Stunden gedauert hat, machen wir uns langsam auf den Rückweg, der wohl wieder ca. drei Stunden dauern wird. Plötzlich, beim Zurückschauen, fällt mir ein kleiner Brunnen auf, der direkt neben einer der Ruinen liegt. Ein Brunnen? Hier oben? Wo soll denn da das Wasser herkommen? Kann doch gar nicht sein - denke ich mir. Um mich dann augenblicklich dorthin zu begeben. Meiner Begleitung in ca. 20 Metern Entfernung rufe ich zu: "Tatsächlich, es ist offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" höre ich verblüffend laut, jedoch leiser werdend unter mir, ein sekundenlanges Echo. Eine Zisterne also! Die Dauer und der zeitliche Abstand des Echos lässt mich erschaudern: Es muss ein riesiges Gewölbe sein, es klingt, wie ein rufender Pfarrer in einer großen Kirche! Also stehe ich hier sinngemäß auf dem Dach einer Kirche, in der Hoffnung, dass dieses Dach doch bitte diese Zeit noch tragen möge... Eine kurze Kameraaufnahme des Echos, dann aber doch schnell diesen doch etwas mysteriösen und leicht gruseligen, verlassenen Ort des Verfalles verlassen, bitte! Noch Wochen später ärgere ich mich, dass ich nicht sofort auf den Gedanken gekommen bin, einen Stein in den Brunnen fallen zu lassen, um anhand der Zeit bis zum Aufprall die Höhe der Zisterne bestimmen zu können! Wirklich ärgerlich! Vor meinem geistigen Auge sind dies mindestens 50 Meter Tiefe, meine kleine Taschenlampe hätte da auch nichts mehr gezeigt... Ich werde wohl noch einmal an diesen Ort zurückkehren müssen, um diese Höhe bestimmen zu können. Die Formel für die Bestimmung hätte ich dieses Mal eh nicht zusammen bekommen - aber zukünftig werde ich sie mir auf Reisen einfach irgendwohin notieren, ins Adressbuch vielleicht, unter "Z", wie Zisterne.
Leider gibt es für den Rückweg keine sich anbietende Alternative zu dem Weg, den wir auch schon hier heraufgenommen hatten. Aber das macht alles nichts: Die Perspektive ist eine andere, der Sonnenstand ist anders, und damit die Lichtverhältnisse. Es kommt keinerlei Langeweile auf, auch hier beim Rückweg. Die Natur ist einfach wunderschön, ruhig und friedlich in mildem Grün auf rotem Sand. Die etwa ein Meter lange Schlange versteckt sich leider so schnell vor uns im Gebüsch, dass sie nicht weiter zu bestimmen oder gar zu fotografieren ist. Auch die Fasan-Schutzräume scheinen sich zu lohnen: uns begegnen einige Exemplare dieser schönen Vogelart. Zivilisationsgeräusche gibt es die meiste Zeit keine zu hören. Überflüssig zu erwähnen, dass das ganze Gebiet ein Naturpark ist. Jetzt, wo die Mittagshitze langsam heraufzieht, begegnet uns natürlich erst recht niemand! Auch Langschläfer scheinen sich nicht aufzumachen zu diesem Hügel, den wir heute für uns ganz allein haben - und der uns mit dem Geheimnis, was er einst wirklich alles beherbergt hat, ziehen lässt.
Das Geheimnis der merkwürdigen Anlage an der Spitze der Mola de Fornells nehmen wir mit nach Hause - es ist bis heute ungeklärt, was hier nun wirklich los war. Einen Hinweis, der mir sehr schlüssig erscheint, liefert möglicherweise ein Reiseführer. Dort liest man u.a.: "An der Nordküste wurden zahlreiche Bunkeranlagen gebaut (Reste davon stehen rund um Favàritx), um eine Landung der Truppen Francos zu verhindern, was aber misslang". Eine Verteidigungsanlage gegen die faschistischen Truppen Francos also womöglich? Das wäre doch aller Ehren wert! Genützt hat es Menorca jedoch nichts - auch wenn die Insel der letzte Posten war, der sich vor den Truppen Francos wehrte, sozusagen das gallische Dorf Spaniens, ergab sich Menorca im Februar 1939 Francos Truppen. Erst 1975 endete die Schreckensherrschaft Francos bekanntermaßen durch sein Tod. Andere Gegenden haben wir uns leider nicht mehr erwandert, eine Woche ist dann doch recht kurz. Dies wäre jedoch ohne Probleme möglich gewesen, es gäbe mit Sicherheit noch viel zu entdecken und zu erlaufen rund um das Touristenörtchen Son Parc. Mitgenommen haben wir also diese Eindrücke als auch die Gewissheit, dass die Insel Menorca eine sehr schöne Natur hat, wunderbare Ausblicke bietet und keinesfalls langweilig sein muss, auch in rein touristischen Orten. Man muss sich nur ein wenig aufmachen und die Dinge erkunden... Hinzu kommt, dass viele Menschen freundlich zu einem sind, auch wenn man nicht der spanische König ist...
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Dirk Matzen (Abdruck des Textes oder Nutzung von Bildern - auch in Teilen - nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors!) |