
Abendstimmung in der "Stadt der Künste
und der Wissenschaften" (Ciudad de las Artes y de las
Ciencias)
in Valencia.
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Kennen Sie Barcelona?
Ich nicht. Ich bin noch nie dort gewesen, habe Mitte der 80er Jahre
nur gerade mal einen Hauch von Eindrücken gesammelt, als ich als
Beifahrer in einem Auto durch die Stadt fuhr und irgendwo an einem
Bahnhof einen Kaffee getrunken und einen derart gigantischen
Regenschauer abgewartet habe, dass das Wasser in dem klapprigen,
undichten VW-Käfer hin- und herschwappte.
Aber: Barcelona muss schon sehr beeindruckend sein! Denn: die Freunde,
mit denen ich Mitte Oktober 2008 ein langes Wochenende
in Valencia verbrachte, waren gemeinsam schon einmal in Barcelona gewesen - und
sie waren der Ansicht, dass Valencia ja schon irgendwie ganz nett
sei, aber bei Weitem nicht so toll sei, so beeindruckend, wie eben
Barcelona. Auch, wenn man beide Städte nicht direkt miteinander
vergleichen könne: Barcelona mache doch irgendwie deutlich mehr
Eindruck, sei "abgefahrener". Fanden sie - mit einem Hauch der
Enttäuschung in der Stimme, was Valencia anbelangt...
Nun, als jemand, der Barcelona nicht kennt, kann ich mir dies
allerdings nur schwer vorstellen. Denn ich finde Valencia - gut 300
km südlich von Barcelona am Mittelmeer gelegen - großartig,
toll, teilweise fantastisch! Eine sehr beeindruckende Stadt! Was kann
man denn noch mehr wollen von einer Stadt: Eine riesige Altstadt, zumeist
wunderschön saniert oder zu geringen Teilen noch in der Sanierung
begriffen, mit quirligem Leben auf der Straße, mehrere große Strände
am Mittelmeer, Parks von fast unermesslichem Ausmaß und Neubauten,
die einem das Gefühl geben, einen Zeitsprung in die Zukunft gemacht
zu haben und einen ehrfürchtig werden lassen. Kurz: Valencia ist
eine tolle Stadt!

An der keilförmigen Plaza del
Auntamiento findet
man unter anderem das Rathaus der Stadt.
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Denn all das genannte bietet Valencia in fast überdimensionalem
Umfang. Und vermittelt so das Gefühl: eine Stadt will nach oben. Mit
Macht! Es erscheint mir nahezu unmöglich, dass Barcelona noch
wesentlich spannender ist, als eben Valencia. Sicher: Barcelona ist
deutlich größer. Beherbergte 1992 die Olympischen Spiele und
hat um die Jahrhundertwende (zum 19. Jahrhundert!) zweimal die
Weltausstellung beherbergt.
Aber Valencia hat mit derzeit gut 800.000 Einwohnern auch eine
ansehnliche Stadtgröße zu bieten, die zwar nicht unüberschaubar groß
ist, aber doch Raum für genügend Abwechslung
bietet. So ist Valencia z.B. 2007 Gastgeber für den America's Cup im Segeln
(erstmalig in Europa nach der Ursprungsregatte vor der Isle of
Wright in Großbritannien) sowie ab 2008 mit einem Stadtkurs Veranstalter von Formel 1-Grand Prix-Rennen - beides zählt zu den größten
und teuersten Sportveranstaltungen der Welt. Wenn auch, zugegeben, nicht mit
Olympischen Spielen vergleichbar.
Aber es war der 9. Oktober 2008, und wie ich es von meinen
Städtereisen kaum anders kenne (siehe z.B. meinen
Bericht
über
Rom) wurde meine kleine Reisegruppe garstig empfangen: am
ersten Nachmittag regnete es sich zunehmend ein, abends ergossen
sich Wolkenbrüche über uns hinweg, so dass wir nass bis auf die Haut
wurden. Furchtbares Wetter! Die anderen Tage war es zwar zumeist
trocken, aber doch durchgehend bewölkt und bei 20 Grad (Immerhin! Es war
schließlich schon Mitte
Oktober!) sehr schwül. Blaue Flecken am Himmel gab es nur am zweiten
Tag - sekundenweise. Ich habe einen der drei bis vier Sonnenstrahlen
mit meiner Kamera dokumentiert. Praller Sonnenschein war erst zu
sehen am Abreisetag. Natürlich! Als sich der morgendliche Dunst
aufgelöst hatte, hatten wir auf dem übersichtlichen Flughafen
prallen blauen Himmel. Vielen Dank dafür!
Es ist für jeden Besucher spürbar, dass man in dieser Stadt etwas
will, dass man größer, wichtiger, anziehender werden will. Da ist
beispielsweise die Altstadt. Noch in den 80er Jahren muss es dort
erschütternd gewesen sein. Völlig heruntergekommen und wohl zumeist
ruinös. Aber dann rang man sich zunächst in Vorstufen 1979 und 1984,
massiv jedoch ab 1992 in Valencia dazu durch,
diese unhaltbaren Zustände in Angriff zu nehmen und die Altstadt zu
sanieren. Vor allen Dingen staatliche Mittel (63 %) und private
Investitionen (34%) werden hierfür aktiviert, die EU beteiligt sich
nur mit geringen Mitteln (3%). Insgesamt nahm man in den Jahren
1992-2002, soweit mir die Informationen
bekannt sind, 343 Mio. Euro in die Hand, das ist doch deutlich
weniger Geld, wie man es z.B. in Hamburg für den Bau eines einzigen Gebäudes
voraussieht: die im Entstehen begriffene Elbphilharmonie. Dort will
man knapp eine halbe Milliarde Euro verbauen. Für deutlich weniger eben
dieses Geld sorgte man in Valencias Altstadt quadratkilometerweise
für eine Perle am Mittelmeer!

Prachtvoll: das Post- und Telegrafengebäude an der
Plaza del Auntamiento.
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Nein, wir haben es gar nicht geschafft, die ganze Altstadt
abzuwandern. Sie ist schlicht zu groß und zu verwinkelt - und mir
fiel es ungewohnt schwer, mich zu orientieren. Aber es brachte
schlicht Freude, sich dort durch die Gegend treiben zu lassen. Zuvor war es
uns nicht bekannt gewesen und wir wurden bei unserer Ankunft in
Valencia davon überrascht, jedoch war am Tag unserer Ankunft ein
lokaler Feiertag: der "Dia de Valencia" (wie ich erst zu Hause
genauer erfasste). Alle Läden waren geschlossen, in der
Innenstadt, also der Altstadt, waren viele Menschen unterwegs und an
prägnanten Punkten gab es große Ansammlungen von Leuten. Sie
warteten sehr geduldig auf etwas - wir wussten gar nicht worauf.
Haben dann aber eine lange Zeit mitgewartet, schon fast solidarisch.
Eine Prozession? Wahrscheinlich - aber wir wussten bis zum Ende
unserer Reise nicht
wirklich, was dort im Detail vor sich ging. Je stärker der Regen
wurde, umso größer wurde dann auch unsere Ungeduld. Als dieser dann
wolkenbruchartige Ausmaße annahm - flüchteten wir. Als wir schon
nass bis auf die Haut waren, und ein wenig durch die Gegend geirrt
waren, beschlossen wir, uns unter dem Eingang eines geschlossenen
Geschäftes eine Weile unterzustellen... Wir waren nicht die
Einzigen: Zahllose Rückkehrer von "dem Ereignis" tummelten sich
hier. Wir haben "Es" um vielleicht fünf Minuten verpasst - vom Regen
vertrieben. Oder das Ereignis ist aufgrund des garstigen Wetters gar
abgesagt worden... Schade! Zu Hause begriff ich, was uns entgangen
ist, ein paar Eindrücke sind zu finden auf
diesem externen Link zum "Dia de Valencia"
(englisch).

Die Kathedrale an der Plaza de la
Virgen am
"Dia de Valencia" - dem "Tag Valencias".
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Überall, nun ja, fast überall, kann man in Valencia in netter
Atmosphäre Kaffee
trinken - oder auch ein Bier, gerne auch in litergroßen Karaffen auf
den Tisch gestellt. Es waren zu unserer Reisezeit nicht viele Touristen
in Valencia,
ob dies im Sommer viel mehr sind, ist mir nicht bekannt...
Jedenfalls wurde man als nordeuropäischer Tourist nicht weiter
besonders beachtet, man ist da in Valencia eher stoisch. Vergisst
auch offenbar sehr gerne die paar Englisch-Kenntnisse, die man
zweifelsfrei in der Schule mal gelernt hatte. Sollen doch diese
Touristen mal etwas Spanisch lernen, verdammt! Und wenn
sie das nicht können, wird ihnen zur Strafe gerne mal das Datum oder
der eigene Geburtstag oder eine täglich wechselnde Glückszahl oder
was auch immer mit auf die Rechnung geschlagen. Kurz: der Umgang mit
Touristen ist nicht immer souverän oder so weltstädtisch, wie man es in
Valencia gerne wäre. Dies ist so zwar nicht die Regel, passiert
einem aber doch hin und wieder - und hinterlässt dann ein faden
Beigeschmack. Wahrscheinlich zieht die Stadt doch noch nicht so viel
Touristen von außerhalb Spaniens an - sonst wüsste man, dass dies
schlicht kurzsichtig ist...
Aber zurück zur Stadt selber! Ab dem Jahr 1957 hat man
ein wahrlich titanenhaftes Projekt in Angriff genommen: Man hat den Fluss
Turia, der sich durch die Stadt mäanderte und bei Hochwasser
immer wieder für Überschwemmungen sorgte (zuletzt in katastrophalem
Ausmaß im Oktober 1957 mit über 80 Toten und riesigen Zerstörungen), vor den Stadttoren von
Valencia kurzerhand verlegt. Der Fluss fließt jetzt südlich an der
Stadt vorbei. "Kurzerhand" ist für ein solches Projekt natürlich
übertrieben: Mehrjährige Planungszeit und eine über zehnjährige
Bauzeit sorgten ab 1973 dafür, dass der Turia nicht mehr durch dis
Stadt fließt. Man leitete den Fluss um - doch was tun mit dem alten
Flussbett? Nach einem Generalplan von 1996 sollte dort ein
Autobahnring entstehen - letztlich wurde ein gigantischer Park
daraus: der Stadtpark "Parque del Turia". Dieser 10 Kilometer lange
und 250 ha große Grünstreifen durch die Stadt hat heute sicherlich
die Funktion einer "grünen Lunge" für die Stadt. Der Autobahnring
wäre sicherlich möglich gewesen - hätte
aber ohne Zweifel das heutige Flair von Valencia nachhaltig zerstört bzw.
gar nicht erst möglich gemacht.
Denn dieser Park ist nicht nur ein normaler Grünstreifen durch
Valencia, der etwa vier Meter tiefer liegt als die anliegenden
Straßen - und sich so bei unserer Reise
durch große Pfützen und Matsch hervortat. Nein, diese Fläche bot
auch enormen Gestaltungsspielraum. Ähnlich, wie Berlin auf dem alten
Mauerstreifen plötzlich Platz zur Raumgestaltung hatte, so hatte
Valencia im Flussbett des Turia Raum zur Gestaltung. Auf der
gesamten Länge des Parks legte man einen markierten "Radschnellweg"
an. Zehn Kilometer durch das Stadtzentrum radeln ohne eine einzige
Ampel - ein Wunschtraum für jeden Hamburger Radler! Aber auch
ansonsten gestaltete man den Und
man war dort durchaus mutig.
Der Höhepunkt dieser Gestaltung ist ohne jeden Zweifel die schon
ein Stück südöstlich der Altstadt in Richtung Mittelmeer gelegene "Stadt der Künste und der Wissenschaften" (Ciudad
de las Artes y de las Ciencias - "CAC"). Wenn man dorthin gelangt hat man unweigerlich
das Gefühl, einen Sprung in die Zukunft zu machen. So werden und
müssen große Teile der Städte in hundert oder zweihundert Jahren
aussehen! Ähnliche Bauwerke habe ich in einer solchen Ansammlung bisher nur in dem Buch "Das Bild
der Zukunft" gesehen - das mir 1974 geschenkt worden war.
Es wäre eine tolle Kulisse für jeden James Bond-Film!

In der "Stadt der Künste und der
Wissenschaften" (Ciudad de las Artes y de las Ciencias):
links die Oper, rechts L'Hemisfèric.
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Wo haben Sie denn schon einmal solch
ausgetüftelte Architektur gesehen? Ich nur hier!
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Umgeben ist die Kunst- und
Wissenschaftsstadt
von großen, modernen Wohn- und Bürogebäuden,
die zuweilen einen eigenartigen Kontrast zu den
eher runden Formen geben.
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Auch als nicht besonders an Architektur Interessierter stand ich
dort mit offenem Mund! Es wirkt ein wenig, als sei man an einem
Landeplatz für UFOs angekommen, auf dem gerade eine Anzahl
verschiedener UFO-Transportmaschinen gelandet ist. Ein großer und
etwas schwerfälliger Raumgleiter steht da vor einem (okay, das ist
eigentlich das Wissenschaftsmuseum "Museo de las Ciencias Príncipe
Felipe"), aber es ist auch ein kleiner,
aerodynamischer und flotter Raumflitzer mit dabei (das
"L'Hemisfèric" als Nachbildung eines menschlichen Auges gebaut,
wobei das runde IMAX-Kino im Inneren als Pupille dient, außerdem mit
Planetarium und Laserium) und eine UFO-Lagerhalle (das
"Schattenhaus" - "L'Umbracle"). Alles soo
Beeindruckend!

Im Hintergrund also der Landeplatz für
die UFOs -
nur selten jedoch sieht man die dazugehörigen
Außerirdischen....
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Von den Abmessungen her ist die Anlage gar nicht so riesig - und
doch haben wir Stunden dort verbracht. Ohne etwas künstlich in die
Länge zu ziehen. Und auch ohne in die (übrigens sündhaft teuren!)
Museen hinein zu gehen ist die Anlage dermaßen interessant, dass wir
von ständiger Neugierde getrieben einfach um jede Ecke gucken
mussten, um zu erkunden, was für ein Blick sich denn dort offenbart.
Man entdeckt dann auch immer wieder reizvolle Perspektiven. Und
eine schiere Ehrfurcht vor den Erschaffern dieser Anlage packt mich
(die Anlage wurde von dem Valenzianischen Architekten Santiago
Calatrava entworfen). Wie vor einem Weltwunder stehe ich an jeder
Ecke und bin fasziniert. Und: Meine Kamera glühte, natürlich - was
sich auch in den vielen Fotos unten zeigt...
Der (derzeitige?) Höhepunkt des Ganzen ist die 2006 eröffnete Oper
("Palau de les Arts Reina Sofía"), das
neueste der derzeit stehenden Gebäude. Was man doch aus Beton alles
machen kann! Atemberaubend! Vier Säle erwarten Zuschauer - sicher
nicht nur aus der Stadt Valencia. Sie steht übrigens auf dem schon
fertig gestellten Fundament eines Fernsehturms - der so nicht
verwirklicht wird.

Die Oper am bei einer abendlichen
Veranstaltung aus einer anderen Perspektive... |
Aber dies ist noch nicht das Ende der Anlage - an einem weiteren
Bau wird zur Zeit unseres Besuches intensiv gearbeitet. Wir können
noch nicht wirklich erahnen, wie dieses Gebäude nach seiner
Vollendung aussehen wird - während unseres Besuches sah er ein wenig
aus, wie die erschaffene Maschine aus dem Film "Contact"...
Das weckt natürlich
Fantasien: Vielleicht bauen die mit den UFOs Gekommenen dort ja jetzt
eine Anlage, mit den dann die Erde einfach so, "plopp", irgendwo
anders hin teleportiert wird? Oder, "schwups", in die Parallelwelt
wechselt? Oder, "blubb", einfach weg ist?
Skurrile Gedanken, wie sie einem in einer solchen Umgebung
eigentlich kommen müssen, wenn man sich auf die bizarren
Gebilde einlässt. Verwunderlich, was Architektur doch bei mir
blutigem Amateur alles in Gang setzen kann...
Der erste Teil dieser Anlage, das ab 1994 erbaute Aquarium ("L'Oceanogràfic",
war aufgrund seiner kühnen Architektur sicherlich eine
Sensation - heute wirkt es äußerlich neben den anderen
architektonischen Sensationen etwas
klein und verloren. Und doch ist es das größte Aquarium Europas mit
45.000 Exemplaren von 500 verschiedenen Arten! Das Aquarium wurde
nicht von Calatrava geplant, sondern vom Spanier Félix Candela
Outeriño.

L'oceanogàfic (Unterwasserwelt), Teil
der Stadt der Künste und der Wissenschaft. Das größte
Aquarium Europas wirkt von außen eher bescheiden im
Vergleich zu den gewaltigen Anlagen in der direkten
Umgebung.
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In meiner Begeisterung beharre ich darauf, mir die gesamte Anlage noch
einmal bei Nacht anzuschauen - meine Begleiter machen dies mit,
vereinzelt zunächst etwas murrend. Aber auch gerade Nachts hat die
"Stadt der Museen und der Wissenschaft" seine eigene Magie. Und vor
der etwas geheimnisvolle angeleuchteten Oper hätte ich vor lauter
Achtung am liebsten eine tiefe Verbeugung gemacht. Dort hat man
geklotzt und nicht gekleckert. Es hat sich gelohnt - welch eine
kühne Stadt!
Noch in Valencia wandern meine Gedanken weiter. Zum Zeitpunkt des
Besuches dort schlägt in meiner Heimatstadt Hamburg gerade wieder
die Diskussion um den Bau der "Elbphilharmonie" hohe Wellen -
schon allein, weil sich der hierfür aufzubringende Geldbetrag von
Jahr zu Jahr verdoppelt. Aber vielleicht wird es ja auch in ferner
Zukunft so sein, dass man von eben diesem Gebäude in ähnlicher Weise
schwärmt, wie ich es hier von der etwas unfassbaren "Ciudad de las
Artes y de las Ciencias" in Valencia tue. Nur - ein Unterschied ist:
In Valencias hat man sich gleich vier, fünf Gebäude von einem
solchen Kaliber gebaut. Offenbar ist man dort weniger kleinmütig und
zu mehr Wagnissen bereit, als es sie sprichwörtlichen hanseatische
Kaufleute sein können.
Nur am Rande sei vermerkt: Die Stadtväter von Valencia sind noch
nicht fertig! Noch lange nicht: den America's Cup im Jahr 2007 nahm
man zum Anlass, den Umbau des Hafens in Angriff zu nehmen - immerhin
einer der wichtigsten Mittelmeerhäfen Spaniens. Als ein weithin
sichtbares Zeichen hat man den internationalen Stararchitekten David
Chipperfield den zentralen Verwaltungspavillon "Veles e Vents"
(=Segel und Winde) bauen lassen. Dies ist jedoch erst ein Anfang.
Man plant einen großräumigen und aufwändigen Umbau des Hafengebietes
- hin zu einer Gestaltung zur Verbindung zur den nördlich gelegenen
Stränden. Ein Projekt, das insgesamt größer ist, als die
Wissenschaftsstadt... Man darf gespannt sein, was sich hiervon
umsetzen lässt - und auf welche Weise.

Das neue riesige Bauprojekt in Valencia
ist das Hafengebiet. Der Bau "Veles e Vents" von
Stararchitekt David Chipperfield ist ein erster
spektakulärer Vorläufer.
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Tja, das Stichwort ist ja schon gefallen: Wenn man dann als
Tourist dies alles in Valencia "abgearbeitet" hat, dann kann
man ja zur Erholung auch schlicht an den Strand gehen... Davon hat
die Stadt gleich mehrere Kilometer zu bieten, und im Sommer findet
man bei dem vielen Platz sicherlich auch ein Fleckchen, wo man nicht
wie in der Sardinenbüchse zusammengepackt ist. Zur Zeit unseres
Aufenthaltes trafen sich dort allerdings nur die wagemutigsten Kitesurfer
und die Wellenreiter - es wehte ein strammer Wind vom Meer. Und dass
das Mittelmeer auch achtbare Wellen zuwege bringt, das habe ich
schon zuvor das ein oder andere Mal erlebt...

Was soll man auch im Oktober schon am
Strand?
In Valencia kann man sich dann wunderbar "durchpusten"
lassen. |
Oder man macht in Valencia etwas, was ich auch in anderen Städten
zuweilen schon gerne getan habe: man setze sich in eine Straßenbahn
und fährt einfach mal bis zum Ende einer Strecke (das öffentliche
Verkehrssystem in Valencia ist
bestens ausgebaut und relativ
erschwinglich, eine Tageskarte für die ganze Innenstadt mit allen
Verkehrsträgern kostet zum Beispiel Euro 3,30). Das gibt
immer und überall interessante Einblicke in eine Stadt und oft sieht
man Dinge, die man als Tourist ansonsten nicht zu Gesicht bekommt.
In unserem Fall war dies über weite Strecken z.B. eine ungeheuer
enge, hohe und kompakte Bauweise für Mietshäuser. Sehr trist, wahrscheinlich sozialer Wohnungsbau. Wie zu lesen, hat Valencia eine
nicht unerheblich Zuwanderung: 10.000 Menschen ziehen jedes
Jahr in die offenbar magisch anziehende Stadt - das muss eine solche
Stadt mit ihren derzeit 800.000 Einwohnern erst einmal bewältigen!
Soziale Probleme sind in Valencia
abseits der Touristenpfade offensichtlich, wir konnten eine Ahnung von dem
enormen sozialen Gefälle bekommen. Möglicherweise wird es in diesen
Stadtteilen, in den abgelegenen, eng bebauten Vierteln gar zu
einer gewissen Bildung von Slums kommen - mir erscheinen dafür einige
Vorraussetzung bereits erfüllt. Aber dafür bin ich kein Experte und
vielleicht schafft die Stadt es ja auch, weiterhin so zu boomen,
dass für alle ein akzeptables Auskommen möglich ist...
Insgesamt ist Valencia jedoch ein sehr schöne und sehr spannende
Stadt. Und, wie ich finde, zu Unrecht unter den Zielen in Spanien
oftmals nur eine Stadt im Schatten von vielen anderen! Neben den
großen Sehenswürdigkeiten gibt es in Valencia jede Menge spanisches
Flair zu erleben - vielleicht ja auch gerade, weil noch nicht so
viele ausländische Besucher die Stadt stürmen? Auch, wenn meine
Barcelona-kundigen Mitreisen da nicht ganz mithalten konnten: ich
fand Valencia begeisternd und eine Reise wert!
Bilder von umwerfender Architektur:
Die "Stadt der Künste und der Wissenschaften"
(Ciudad de las Artes y de las Ciencias)

Abendstimmung vor der Oper "Palau
de
les Arts Reina Sofía".
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Krasse Gegensätze der Formen: links "L'Hemisfèric"
mit IMAX-Kino,
Planetarium und Laserium, rechts das Wissenschaftsmuseum "Museo de las Ciencias
Príncipe Felipe" mit einer Wissenschaftsaustellung "zum
Anfassen", gut geeignet auch für Kinder und Jugendliche.
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Die Anlage steht im alten Flussbett des
Turia -
was besagt, dass man in der Umgebung viel
üppiges Grün findet. |

Blick vom Schattenhaus - "L'Umbracle"
- in Richtung auf die Oper.
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... Der nahezu selbe Blick bei Nacht
zum effektvoll beleuchteten Opernhaus.
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Das Wissenschaftsmuseum bietet ein
Vielzahl
an interessanten Strukturen...
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...
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...
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...
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...!
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Auch ist es schwer, sich an der Oper
satt zu sehen!
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Strenge Symmetrie, die sich mit
ein paar Schritten Bewegung...
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... komplett verändert.
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Zuweilen zeigen die Außerirdischen
Monster in der UFO-Landezone
auch ihr wahres Gesicht!
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"L'Hemisfèric" - einem Auge
nachempfunden. Ob dieser Eingang dann einem Blinzeln des
Auges entspricht?
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Das 320 Meter
lange und 18 Meter hohe "Schattenhaus L'Umbracle" soll einmal von den
wuchernden Kletterpflanzen komplett bewachsen werden - und
dann den im Namen versprochenen Schatten spenden.
Ob das
jedoch den Palmen dann so gut bekommen wird?
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Der spitze Kegel markiert den
Treppenabgang
zur großen Tiefgarage...
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Wie lange wird es wohl noch dauern, bis
die Kletterpflanzen ihr Werk getan haben? |

Das "L'Umbracle" von der Straße aus:
wie eine große Welle, die auf die Wohnhäuser schwappt.
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Spiegelungen.
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Ein Segway - ohne Zweifel das richtige
und
zeitgemäße Fortbewegungsmittel für die
Stadt der Wissenschaften! |

Eine Skisprungschanze in Valencia? Ein
Katapult für die UFOs? Nein, nur die Halterung für die
Puente del Grao auf dem Gelände der Kunst- und
Wissenschaftsstadt. |

Ein Neubau entsteht - wieder eine
kühne, riesige Konstruktion.
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Auch das Umfeld der Kunst- und
Wissenschaftsstadt
zeigt sich modern - hier mit der Skulptur
von
Sonne und Mond...
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... mit postmodernen Wohnhäusern...
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... und ebenfalls spektakulären
Bürogebäuden. |
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Eindrücke aus der Altstadt

Die Calle de la Paz - eine schöne
Geschäftsstraße.
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Die Plaza de la Reina, im Hintergrund
die Kathedrale.
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Eine schöne Idee: Wer die Kathedrale
und ihre Umgebung nicht sehen kann, der kann das Ensemble
hier erfühlen - inklusive umfassenden Darstellungen in
Brailleschrift.
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Ein Turm der Kathedrale.
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Auf der "Plaza de la Virgen" sammeln
sich am "Dia de Valencia" gegen 17 Uhr viele Menschen um die
jährliche Parade anzuschauen.
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Auch auf der "Plaza del Auntamientoas"
sammeln sich am "Dia de Valencia" tausende von Menschen - ob
die Parade bei den folgenden Wolkenbrüchen überhaupt
stattfand, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Ein wuchtiges und eindrucksvolles
Überbleibsel aus dem 14. Jahrhundert: die "Torres de
Serranos" - gebaut nach dem Vorbild der Mauern von
Carcasonne.
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Ein Beispiel für einen typischen,
sanierten Straßenzug
der Altstadt: die "Calle de Guillem Sorolla".
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Irgendwo in dem ebenso unübersichtlich
wie interessanten Gewirr der Altstadt-Gassen....
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Wo nicht saniert werden konnte, hat man
einen radikalen Schnitt gemacht, neu gebaut - dabei aber auf
keinen Fall genügend Platz zum treffen und kommunizieren vergessen... Ob das so angenommen wird?
(hier in der "Calle
del Angelicot")
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Edles Ambiente in der "Calle de las
Barcas".
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Im Markt-Viertel findet sich... die
Markthalle.
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Ein Gang durch die Markthalle ist
natürlich immer interessant...
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Nachtstimmung auf der "Gran Via del
Marqués del Turia". |

Der Vorplatz des Bahnhofs (Estación del
Norte). Direkt nebenan die kreisrunde Stierkampfarena.
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Das beeindruckend schöne
Bahnhofsgebäude von außen...
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... und von innen.
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Die Stierkampfarena von Valencia ist
zwischen 1850 und 1860 erbaut worden und somit rund 60 Jahre
älter, als der Bahnhof. 17.000 Zuschauer finden Platz in der
Arena. |

Gebäudedetail in der "Calle de La Paz".
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Nicht alles ist saniert, offenbar ist
zuweilen auch "alternatives" Leben eingezogen
(hier an der "Calle de Guillem de Castro").
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Valencia, 10. Oktober, 20:15 Uhr, 20
Grad,
in der "Paseo de Ruzafa": Es ist auch abends
viel Leben in der Innenstadt...
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Größere Kartenansicht