Eine Wanderung auf Menorca - Die Mola de Fornells, sehr schön und etwas mysteriös

Reisebericht einer Wanderung zur Mola de Fornells auf Menorca im Jahr 2007
   mit 36 Bildern




Menorca, schöne Wanderwege

Menorca, die Mola de Fornells -
gespickt mit schönen Wanderwegen.

Sommer, Sonne, Strand und Meer - das war genau das, was meine Begleiter und ich uns gewünscht hatten. Diesen Sommer nur: ausspannen, faul und bequem sein! Da liegt es nahe, eine Pauschalreise zu buchen!

Also ging es nach Menorca, in eine Appartementanlage in Son Parc, ganz im Norden der Insel. Für gerade mal eine Woche. Alles erschien mir gut zu sein: schließlich war der heimische Sommer eine Katastrophe mit dauerhaftem, vorweggenommenen Herbstwetter - pfui! Die Aussicht auf ein paar schöne, sonnige Tage auf der kleinen Schwesterinsel von Mallorca sorgte da für Aufheiterung.

Bis wir dann bei einer entsprechender Suche im Web in diversen Foren Sätze lasen, wie, es sei in diesem Ort todlangweilig, es gäbe nichts, rein gar nichts, was man dort machen könne. Der Ort biete nichts sehenswertes, ebenso wie die Umgebung. Der Strand sei zwar großartig, der Rest aber sei eben langweiliger Mist!

OH!! Das war nun auch nicht das, was wir in unserem Urlaub wollten: allein gepflegte Langeweile erschien uns dann doch etwas arg wenig, selbst für nur eine Woche...

Nun denn - an dem Ort angekommen bestätigte sich einiges von demMenorca, Son Parc - Badebucht Gelesenen. Der Ort Son Parc ist tatsächlich furchtbar, öde und langweilig (es sei denn, man möchte Golf spielen - dann bietet er immerhin den einzigen Golfplatz der Insel). Die Bucht mit dem Strand war tatsächlich wunderbar: weißer Sand, türkises Meer, warmes Wasser, extrem kinderfreundlich (was auch wieder bedeutet, dass das Wasser gaaanz, ganz langsam abfällt, es für passionierte Schwimmer im Meer also nicht gerade ein ideales Gebiet ist). Aber auch eine kleine, geschützte, felsige Bucht fand sich in dem Ort - ideal zum Schnorcheln.

Aber dass man in Son Parc nun rein gar nichts machen kann, außer das Strandleben zu genießen, erwies sich dann doch als blanker Unfug!

Menorca, Fornells Badestelle

An der Badestelle in Fornells auf Menorca. Sandstrand findet man halt nicht immer und überall auf Menorca.

Selbst wenn man sich keinen Mietwagen nimmt ist es kein Problem: man kann völlig problemlos und günstig mit Linienbussen mehrere Orte der Insel direkt anfahren (den Hauptort der Insel Mahón bzw. Mao, Es Mercadal, Fornells, Cala Tirant - leider nicht direkt das angeblich so malerische Ciutadella am westlichen Ende der Insel, hierfür wäre ein Umsteigen nötig gewesen, was an sich jedoch auch kein Problem darstellen würde). Ein solcher Ausflug führte uns in das malerische einstige Fischerdorf Fornells, schön gelegen an der riesigen Bucht Badia de Fornells. Von unzähligen und teilweise sehr edlen Segel- und Motorjachten besucht strahlt der Ort einen Hauch von "High Society" aus. Zu dem Ort Fornells an dieser Stelle aber nur zwei kurze Tipps, man findet ja in jedem Reiseführer viel über Fornells. Man sollte nicht versäumen, eine Bootsfahrt zu machen. Diese werden von lokalen Veranstaltern auf kleinen Schiffen angeboten, sie führt durch die ausladende Bucht und ein Stück die beeindruckende Steilküste entlang. Eine wirklich schöne Stunde!

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art war auch der Besuch in dem Restaurant-Café "Es Pla" am Hafen. Sobald man das Café betritt stürmt ein eher grimmig dreinschauender Herr auf einen zu - ob man etwas essen wolle, oder etwa nur was trinken? Mit dem Wunsch, etwas zu trinken wird man, zack zack, an einen Katzentisch platziert (das erging nicht nur uns soFornells, Restaurants Es Pla - nicht wenige wurden sogar auch trotz vieler freier Tische brummelnd weggeschickt). Die freundliche Frage nach der Karte wird mit dem schroffen und ungeduldigen Satz "We don't need a carrrd - we have everrrything!!" beantwortet (wörtliches Zitat, der spanische Akzent dabei lässt sich jedoch nicht so recht schreiben). Ich schlucke meinen Wunsch nach einem "Küstennebel" oder einem "Dithmarscher Pilsener" herunter und bestelle einen Pastis, meine Begleitung ähnliches. Nach einem Moment kommt ein junger Bediensteter, knallt lustlos drei leere Gläser auf den Tisch und schenkt ein. Beim ersten Softdrink kleckert er kräftig rum - na ja, kann ja mal passieren. Dann kommt mein Pasits dran: völlig achtlos verschüttet der junge Bursche das Getränk quer über den Tisch und nur etwa die Hälfte in mein Glas, das dritte Getränk wird immerhin unfallfrei eingeschenkt. Der Kerl schaut mich genervt an, sagt zwei blitzschnelle spanische Sätze, dreht sich um und geht von dannen. Ich verstehe nichts, aber mein Gedanke, er habe wohl gesagt, dass er sich um einen Lappen kümmern würde um die Pfütze auf dem Tisch wegzuwischen, erweist sich als falsch. Nichts geschieht - wahrscheinlich hat er gesagt, dass, wenn ich das ganze Getränk zu mir nehme möchte, dann könne ich ja vom Tisch schlürfen... So oder so: wenn Sie, liebe Leser, einmal voller Geringschätzigkeit wie der letzte Dreck behandelt werden wollen, dann sei Ihnen ein Besuch im Restaurant "Es Pla" dringend ans Herz gelegt! Erst später las ich in einem Reiseführer, dass diese Gaststätte berühmt sei - einmal im Jahr komme eben genau dort der spanische König zu Besuch um die vorzüglichen Langusten zu genießen. Nun denn, ob man dort dann auch so rotzfrech und hochnäsig ist? Es lebe Fall der König!

Aber Stopp; das alles sollte ja gar nicht das Thema des Textes sein, sondern nur eine kleine Anekdote am Rande!

Es gibt auf Menorca, wenn man etwas sehen will, außer den Bussen und Schiffen ja auch die Möglichkeit, sich ein wenig zu bewegen. Und siehe da: Auf Schusters Rappen lässt die Insel wunderbare und einmalige Blickwinkel zu!

Manchmal sah ich von "unserem" Strand aus in ein paar hundert Metern Entfernung einige wenige Leute, die auf der felsigen und unbebauten Seite der Bucht mit Luftmatratzen etc. "bewaffnet" einen Weg entlang gingen. Wofür sollte wohl die Luftmatratze sein - wenn nicht für eine Badestelle? Eine Badestelle offenbar, die einige Leute einen augenscheinlich mühsamen Weg durch die sengende Sonne bewältigen lässt. Schon allein aus Neugierde musste ich einmal den Weg erkunden - und tatsächlich: nach einer halben Stunde landete man an einer nahezu verlassenen, wunderschönen Kiesbucht - ein Stückchen weiter dann an einer idyllischen und recht einsamen Sandbucht. Nur wenige Leute sind hier, haben den Weg zu Lande oder auch auf dem Wasser zurückgelegt. Wunderschön! Und den Weg allemal wert!

Von wegen: man könne nichts machen in Son Parc! Wir hatten die Idee bekommen, dass man auf der Insel unendlich viel erlaufen kann und Spannendes finden wird. Nun war unser Appetit geweckt!

 

 

 

Die meinem Reiseführer beiliegende Karte zeigt einen Wanderweg, der direkt in meinem Ferienort Son Parc startet und bis zur Spitze der Mola de Fornells geht - gegenüber dem Ort Fornells auf der anderen Seite der schmalen Einfahrt zur Bucht Badia de Fornells gelegen, ein 122 Meter hoher Hügel direkt am Meer. Von der Bootstour wusste ich, dass diese Halbinsel mit einer grandiosen Steilküste endet - und eben drum sicherlich auch großartige Ausblicke bieten wird. Der Entschluss war schnell gefasst: da will ich hin!

Die Wanderung dorthin war ebenso schön wie spannend, warf einige Fragen auf, die ich bis heute nicht klären konnte (Anmerkung 2010: Viele doch! Siehe die Übersetzung einer Mail unten...). Manches erschien mir geradezu mysteriös! Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser Hinweise auf das geben, was man dort, an der Spitze der Mola de Fornells, dann letztlich vorfindet?

Schon aus der Ferne der Hotelanlage waren zwei Häuser auf dem steinigen Hügel zu erkennen.... Schon kurz nach unserer Ankunft hatten wir uns gefragt, ob dort wohl Landwirtschaft betrieben werden kann? Also: nichts wie hin!

 

 

 

Morgens um sechs - es beginnt gerade zu dämmern und ist noch recht kühl - ging es also los. Das erste Erlebnis war die Appartement-Anlage selbst: ansonsten immer lebendig und voller Menschen, lag sie nun, in der Dunkelheit, völlig friedlich und ruhig da. Keine Menschenseele ist zu sehen oder zu hören. Diese Stille - geradezu unvorstellbar, tagsüber! Auch der Strand liegt völlig unangetastet vor uns, kein Frühschwimmer, niemand, der um diese Uhrzeit die allerersten zarten Sonnenstrahlen über der Bucht aufnehmen will. Was für ein friedlicher, schöner Ort!

Dass sich nach einiger Zeit, wie an ein paar Tagen zuvor auch schon, morgens ein paar Wolken zusammen ziehen, stört überhaupt nicht - beim Wandern muss die Sonne gar nicht die ganze Zeit auf einen niederbrennen! Gut so!Menorca, Revier von wilden Ziegen

Der Weg startet in die gleiche Richtung wie der Weg zu der früher schon gefundenen "verwunschenen Bucht", ist also schon vertrautes Terrain. Nicht bekannt war uns jedoch, dass sich hier bei den ersten Sonnenstrahlen ein Rudel wilder Ziegen herumtreibt - wie entzückend. Diese sind jedoch völlig harmlos und laufen scheu davon, sobald man sich näher als 20 m an sie heranwagt. Auch kein Bock tut sich als "Aufpasser und Beschützer der Herde" hervor, alle verkrümeln sich zügig. Und sie kennen sich ganz offenkundig bestens in der Gegend aus, dies ist also ihr Terrain!

In Höhe der kleinen Sandbucht dann wieder ein Zeichen der Zivilisation: Es ist ein Tuckern zu hören. Tatsächlich: es haben zwei Boote in der Bucht übernachtet! Aber - die liegen doch völlig still und friedlich da, nichts rührt sich. Der Blick über den Horizont zeigt jedoch, dass eine frühe Fähre unterwegs ist - wohl in Richtung Mallorca. Es ist nicht wirklich zu schätzen, aber die Entfernung der Fähre muss mindestens 20 km sein. Kein Zweifel, die Geräusche, dieses Tuckern kommen von dort - und kaum zu fassen, wie weit sich in dieser extrem stillen Atmosphäre solche Geräusche ausbreiten können!

Menorca - roter Boden, grünes Grün

Auf dem Wanderweg: Markant roter Boden mit zartem Grün.

 

 

 

Aber der Weg biegt jetzt ab, in Richtung der Halbinsel Mola de Fornells - ein Naturschutz-gebiet, dass man mangels Straßen nur zu Fuß erkunden kann (auf dem breiten, zuweilen felsigen Feldwegen waren zwar sichtbar Geländewagen unterwegs gewesen, aber sicherlich nur von der Naturparkver-waltung). Oder halt mit dem Boot an der Küste. Das Meer gerät außer Sichtweite und man bewegt sich in beeindruckender, wunderschöner Landschaft. Der Boden ist zumeist knallrot wie ein Tennisplatz, zuweilen gibt es nur karge Vegetation, Steine und Felsen liegen herum - es beschleicht einen zuweilen der Gedanke, so ähnlich müsse es wohl auf dem Mars aussehen...

Menorca, Mola de Fornells - Beschauliche Natur

Auf der Mola de Fornells: eine friedliche Gegend, die immer wieder schöne Ausblicke bietet.

Und dann doch immer wieder grün so weit das Auge reicht, mancheMenorca, Mola de Fornells - Brandfläche Gebiete geben einem das Gefühl, in der Lüneburger Heide zu sein. Das fast schon hauchzarte Grün der Pinienbäume ist zuweilen schon fast anrührend. Immer wieder bieten sich fantastische Blicke. Des Öfteren kommt man in Gebiete, in denen die Vegetation vor nicht allzu langer Zeit verbrannt sein muss, sich aber schon wieder mit frischem Grün ausbreitet. Bei diesem Anblick beschleicht einen doch unwillkürlich ein Gedanke: bitte kein Brand in dieser Region gerade heute! Ebenso sind an einigen ebenen Stellen Spuren von Wasser zu Menorca, Mola de Fornells - Verkrusteter Bodenerkennen: Eine großflächige, austrocknete Kruste zeugt davon, dass es kräftige Regenfälle gegeben haben muss und hier das Wasser dann offenbar auch mal längere Zeit gestanden hat. Fußspuren hingegen gibt es nur wenige. Hin und wieder sieht man kleine, ja, Schutzstationen für Fasanen - diese werden offenkundig betreut und mit Futter versorgt.

Der Weg ist auf dieser ersten Hälfte wunderbar zu gehen, es ist ein einfacher Feldweg, zuweilen mit ein paar Steinen und Felsen, aber man muss keine große Vorsicht walten lassen und kann den Blick problemlos über die großartige Landschaft schweifen lassen.

Nach ca. eineinhalb Stunden Wanderung gibt sich zum ersten Mal der Blick über die Bucht, die Bahia des Fornells, frei auf das am Tag zuvor besuchte Fischerdorf Fornells mit seinen strahlendweißen Häusern. Völlig verschlafen liegt es auf der anderen Seite des Bassins in vielleicht zwei Kilometern Entfernung. Kein Boot, kein Auto - nichts rührt sich.

Menorca, Ruine auf der Mola de Fornells

Auf der halben Strecke zur Spitze der Mola de Fornells: eine Ruine.

 

 

 

Kurz danach an unserem Weg: ein Haus, das erste Haus seit den Appartementan-lagen an "unserer" Badebuch. Es ist jedoch nur noch eine schon lang verlassene Ruine, völlig zusammenge-fallen, offenbar ein früheres Bauernhaus, eine Finca. Obwohl: was sollte hier ein Bauer? Es gab ganz sicher kaum die Möglichkeit, etwas anzubauen, man sieht auch nur Gestrüpp weit und breit. Auch Viehzucht erscheint mir hier in dieser Landschaft ohne Gras, aber mit viel kargem Gestrüpp, eher unmöglich zu sein.

Wir nutzen den markanten Punkt jedoch, um, vor Sonnenstrahlen geschützt, unter diesem Gestrüpp eine Flasche unseres Wassers zu verstecken. Für die Rückkehr. Das Wasser legt sicherlich keinen Wert darauf, mit auf den Hügel zu kommen, der nun schon gar nicht mehr so weit erscheint - warum also sollte ich es dort hinauftragen?

Menorca, Mola de Fornells - Grün

Die Schönheit der Landschaft lässt sich beim entfernten Blick auf die Mola de Fornells nicht einmal ahnen.

Zunächst aber liegt direkt nach dieser Ruine die unangenehmste Strecke des gesamten Weges vor uns: anstatt des gut begehbaren eher sandigen Weges ist dieser nun erheblich schmaler und besteht nur noch aus felsigem Geröll. Er erfordert Achtsamkeit und ist ein wenig anstrengend, führt sacht aus ca. 50-60 m Höhe, auf der man sich befand, hinab auf Meereshöhe. Zu zwei kleinen Buchten am Bassin de Fornells. Eine ist recht lang gezogen und lädt mit moderigem Geruch nicht gerade zum Bade ein... Die zweite Bucht jedoch, direkt gegenüber vom Ort Fornells gelegen, ist wunderbar! Lieblich und lauschig gelegen, eine schöne kleine Badebucht. Der perfekte Ort für eine Rast - direkt bevor der kleine Aufstieg auf den Hügel an der Spitze der Mola de Fornells beginnt.Menorca - Boote bei Fornells

Dort gibt es ein besonderes Ereignis: auf einem der zahlreichen, still daliegenden Boote rührt sich etwas! Ein Mensch! Er bereitet sich das Frühstück - und sollte bis zur Rückkehr zum Touristen-Ort der einzige Mensch bleiben, den wir während der Wanderung erblicken... Nach zweieinhalb Stunden fast pausenloser Wanderung essen und trinken wir, halten die Füße ins Wasser - stellen dabei in der grandiosen Ruhe fasziniert fest, dass dort am Ufer fast alles lebt, selbst das vermeintliche Plastikfolienknäuel erwies sich als ganz Menorca, Mola de Fornells - ein Krebsaktiver Krebs (s. kleines Foto links). Der andere Mensch wirft irgendwann den Motor seines urigen Bootes an und tuckert gemütlich davon. Wir stellen fest, dass die morgendliche Kühle so langsam der sengenden Sonne weicht. Der Weg aber ist offenkundig nicht mehr weit, etwa eine halbe Stunde noch.

Kurz danach jedoch gab es nach dem einzigen Menschen der Wanderung ein anderes kleines Empfangskomitee: eine Ziege, wieder mal. Ein durchaus kräftiger Bock mit ansehnlichen Hörnern. Er wirkt ein Türsteher, beobachtet uns genau - bleibt aber in sicherer Entfernung. Wie auch wir. Der Weg geht jetzt gemächlich bergauf und ist wieder gut begehbar, große Klippen gibt es nicht mehr. Der Ziegenbock jedoch braucht keinen Weg. Beeindruckt beobachten wir, wie er sich mit Leichtigkeit und enormer Geschwindigkeit querfeldein durch das Gestrüpp über die Felsen bewegt und unseren Blicken zügig entschwindet. Keine Frage für uns: er kennt sich bestens aus, hier ist offenbar sein Revier. Und anscheinend hatte er nichts dagegen einzuwenden, dass wir es betreten.

Menorca, Auf dem Weg zur Spitze der Mola de Fornells

Von der Badia de Fornells auf dem Weg zur Spitze der Mola de Fornells.

Aber bald vergisst man den Bock, das Interesse wird von einem der beiden schon von unserem Badestrand aus sichtbaren Häusern in Anspruch genommen. Es erweist sich schon jetzt aus einiger Entfernung als - Ruine... Dort wohnt offenbar schon lange niemand mehr! Außer: weiteren Ziegen. Irgendwann auf dem Weg merken wir: hier ist das Ziegenparadies! In ganzen Rudeln treiben sie sich herum, ausgewachsene Böcke mit Ziegen sowie ihrem zarten Nachwuchs. Sie leben hier - und augenscheinlich garMenorca, Mola de Fornells - Ziegenparadies nicht schlecht. Sie sehen nicht unterernährt oder verdurstet aus, auch ansonsten nicht weiter herunterge-kommen. Offenkundig finden sie Zeit, sich gegenseitig zu pflegen. Sie sind alle etwas scheu und halten Abstand, eher 20 statt 10 Meter. Richtig neugierig gucken tun sie aber auch wieder nicht. Auch präsentiert sich kein Bock als starker Kerl, der seine Herde vor den Eindringlingen schützen möchte und drohende Haltung einnimmt. Vielleicht kommen ja doch öfters Menschen hierher? Heute Vormittag sind und bleiben wir jedoch die einzigen.

Unklar bleibt, woher die Tiere hier in 100 Metern Höhe genügend Wasser bekommen. Offenbar müssen die Pflanzen genug Flüssigkeit enthalten...

Der Weg hier herauf ist teilweise aufwändig gebaut worden, mit massiven Steinaufschüttungen und -abstützungen. Offenbar war die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Wege einmal sehr wichtig! Eigentlich ist hier alles wieder mit geländegängigen Autos befahrbar und die Serpentinen sind weit genug, um sie mit LKW zu nehmen. Irgendwie musste das Material für die Häuser ja auch hier hoch gebracht worden sein! Aber schon stehen wir in etwa 100 Metern Höhe vor dem ersten Haus, der Ruine. Der erste Impuls: hier gab es mal einen Ziegenzüchter, der irgendwann einfach gestorben ist - und nun leben halt nur noch seine Ziegen hier, in unendlicher Freiheit. Im Ziegenparadies.

Aber nein, dieses Haus sieht mehr nach einem Wohnhaus als nach einem landwirtschaftlichem Betrieb oder ähnlichem aus. Anzeichen, was es beherbergt hat, finden sich nicht. Ein Stück neben dem Haus ist ein Auf der Mola de Fornells - ein Schwimmbad??größeres Stück Felsen ausgehoben, von der Größe und der Tiefe etwa so wie bei einem normalen Schwimmbad. Wollte der Ziegenbauer hier oben schwimmen?? Ach Quatsch! Aber was ist das hier? Eine frühere Lagerhalle, die vielleicht in früheren Zeiten ein Dach oder ähnliches hatte? Warum aber so groß? Und es gibt offenbar auch gar keinen Zugang zu diesem "Bassin", keine Treppe hinab, kein Eingang durch einen unterirdischen Gang... Ein früheres Wasserreservoir vielleicht? Nicht auszuschließen. Aber doch stellt sich die Frage: Was soll das? Es ist jedenfalls zu groß, um von irgendwo die Möglichkeit zu finden, dies mit meiner Kamera aufzunehmen, der Weitwinkel reicht nicht.

Mittlerweile hat sich auch das zweite, weiter oben stehende und deutlich größere, Gebäude als Ruine erwiesen. Dieser doch recht unwirtliche Ort hierMenorca, Mola de Fornells - Ruine oben muss einmal recht vielen Menschen Unterschlupf geboten haben - ist aber auch schon längere Zeit verlassen.

Etwas ganz komisches fällt uns hier auf: Wir hatten in den vergangenen Tagen immer wieder schon bemerkt, dass es an "unseren" Stränden von Menorca nur ganz, ganz wenige und sehr kleine Muscheln gibt, diese flachen Herzmuscheln.... Die mit Abstand meisten Muscheln auf Menorca finden wir jedoch jetzt ausgerechnet hier. Oben auf 122 Metern Höhe über dem Meer, sehr schöne spiralförmige Muscheln. In weitaus größerer Stückzahl als am Meer. Wie, um alles in der Welt, kommen die denn hier hin? Warum sind die im Laufe der Zeit nicht völlig verwittert? Ob uns das ein Geologe erklären könnte? Oder wurde hier einmal Schlamm vom Meeresboden heraufgepumpt? Aber wenn - wofür??Menorca, Mola de Fornells - Inschrift über der Eingangstür einer Ruine

Es bleibt unklar. Ebenso wie die verwitterte Beschriftung über dem Haupteingang zu der zweiten Ruine - nichts ist zu entziffern (s. links). Irgendwo entdecke ich einen Eingang in die Unterwelt - nicht etwa durch eine Tür oder ein Gitter gesichert. Schade, dass ich für unsere Wanderung nicht daran gedacht hatte, eine Taschenlampe einzustecken... Aber wohl auch mit der hätte ich dankend darauf verzichtet, dort hinein zu gehen... Einige Faule haben ihren Müll hierMenorca, Mola de Fornells - Eingang in die Unterwelt... hingeschmissen, nicht viel, ein paar Getränkedosen und Plastikhüllen von irgendwelchen Snacks. Ein wenig gruselig ist das hier schon - andererseits ist mein Forschergeist geweckt. Er siegt jedoch nicht, ich lasse Vernunft walten und betrete den Stollen nicht.

Ein kleines Stückchen weiter vorne, an der Abbruchkante der Steilküste findet man weitere logistische Einrichtungen, deren Sinn sich nicht ohne weiteres erklärt. Ein aus Beton aufgegossener Kegel mit einer kreisrunden, ca. 50 cm tiefen Aushebung von etwa vier Metern Durchmesser. Was soll das denn sein? Einige Halterungen auf dem Boden erwecken in mir den spontanen Gedanken, hier haben einmal Geschütze gestanden, in den regalähnlichen Befestigungen am Rand wurde dann im Kampfesfall die Munition verwahrt... Auf jeden Fall wäre dies ein sehr guter, strategischer Punkt für eine Militäranlage! Man Menorca, Mola de Fornells - früherer Schiessstandhat einen weiten Blick über das Meer und hätte sicherlich mit großen Geschützen eine enorme Reichweite und Zielgenauigkeit.

Möglich und durchaus denkbar aber auch, dass hier mal meteorologische Anlagen gestanden haben und die Häuser ein Heim der Meteorologen war und Station für diverse Messanlagen. Oder standen hier möglicherweise Sendemasten für den Seefunk?

Auf jeden Fall: der Blick über das Meer ist gigantisch - und für den Blick die 120 Meter tiefe, zerklüftete Steilküste hinab muss man schon ein wenig schwindelfrei sein. Jedenfalls gibt es keinen Zaun oder ähnliches.

Mola de Fornells - Steilküste an der Spitze "Es Morter"

... ist teilweise nur für Schwindelfreie geeignet. Also nicht für mich.

Einiges scheint jedoch dafür zu sprechen, hier auf einen früheren Militär-Standort gestoßen zu sein. Nur: was sollte der hier? Ist der aus Weltkriegszeiten? Immerhin war Spanien im Zweiten Weltkrieg doch neutral! Wofür denn dann eine solche, durchaus aufwändig errichtete Anlage? Oder ist sie womöglich älter? Aus dem ersten Weltkrieg - wobei sich die Rolle Spaniens im ersten Weltkrieg meiner Kenntnis entzieht. Oder fürchtete man sich früher einmal vor Piraten im Mittelmeer? Keine Ahnung... Jetzt ist hier jedenfalls unendlicher Frieden eingekehrt und wild lebende Ziegen haben hiervon Besitz genommen.

Nachdem unser Aufenthalt hier etwa eine halbe Stunden gedauert hat, machen wir uns langsam auf den Rückweg, der wohl wieder ca. drei Stunden dauern wird. Plötzlich, beim Zurückschauen, fällt mir ein kleiner Brunnen auf, der direkt neben einer der Ruinen liegt. Ein Brunnen? Hier oben? Wo soll denn da das Wasser herkommen? Kann doch gar nicht sein - denke ich mir. Um mich dann augenblicklich dorthin zu begeben. Meiner Begleitung in ca. 20 Metern Entfernung rufe ich zu: "Tatsächlich, es ist offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" .... .... .... "offenbar ein Brunnen!" höre ich verblüffend laut, allerdings leiser werdend unter mir, ein sekundenlanges Echo. Eine Zisterne also! Die Dauer und der zeitliche Abstand des Echos lässt mich erschaudern: Es muss ein riesiges Gewölbe sein, es klingt, wie ein rufender Pfarrer in einer großen Kirche! Also stehe ich hier sinngemäß auf dem Dach einer Kirche, in der Hoffnung, dass dieses Dach doch bitte diese Zeit noch tragen möge... Eine kurze Kameraaufnahme des Echos, dann aber doch schnell diesen doch etwas mysteriösen und leicht gruseligen, verlassenen Ort des Verfalles verlassen, bitte! Noch Wochen später ärgere ich mich, dass ich nicht sofort auf den Gedanken gekommen bin, einen Stein in den Brunnen fallen zu lassen, um anhand der Zeit bis zum Aufprall die Höhe der Zisterne bestimmen zu können! Wirklich ärgerlich! Vor meinem geistigen Auge sind dies mindestens 50 Meter Tiefe, meine kleine Taschenlampe hätte da auch nichts mehr gezeigt... Ich werde wohl noch einmal an diesen Ort zurückkehren müssen, um diese Höhe bestimmen zu können. Die Formel für die Bestimmung hätte ich hier vor Ort eh nicht zusammen bekommen - aber zukünftig werde ich sie mir auf Reisen einfach irgendwohin notieren, ins Adressbuch vielleicht, unter "Z", wie Zisterne.Menorca - Blick über die Ruinen

Aber nun war es wirklich genug! Erst beim Abstieg bemerken wir, dass hier irgendwo quer über die Straße ein Absperrdraht und -band sind. Eher lax hierhin montiert und nicht sehr auffällig. Den haben wir bei unserem zuweilen direkten, geradlinigen "Aufstieg" zwischen den Serpentinen gar nicht wahrgenommen. Macht ja auch nix!

Leider gibt es für den Rückweg keine sich anbietende Alternative zu dem Weg, den wir auch schon hier hinauf genommen hatten. Aber das macht alles nichts: Die Perspektive ist eine andere, der Sonnenstand ist anders, und damit die Lichtverhältnisse. Es kommt keinerlei Langeweile auf, auch hier beim Rückweg. Die Natur ist einfach wunderschön, ruhig und friedlich in mildem Grün auf rotem Sand. Die etwa ein Meter lange Schlange versteckt sich leider so schnell vor uns im Gebüsch, dass sie nicht weiter zu bestimmen oder gar zu fotografieren ist. Auch die Fasan-Schutzräume scheinen sich zu lohnen: uns begegnen einige Exemplare dieser schönen Vogelart. Zivilisationsgeräusche gibt es die meiste Zeit keine zu hören. Überflüssig zu erwähnen, dass das ganze Gebiet ein Naturpark ist.

Jetzt, wo die Mittagshitze langsam heraufzieht, begegnet uns natürlich erst recht niemand! Auch Langschläfer scheinen sich nicht aufzumachen zu diesem Hügel, den wir heute für uns ganz allein haben - und der uns mit dem Geheimnis, was er einst wirklich alles beherbergt hat, ziehen lässt.Menorca, Mola de Fornells - bizarre Felsformationen

Recht bald entzieht sich auch das wunderschöne Dorf Fornells auf der anderen Seite des Badia de Fornells mit seiner strahlend weißen Fassade, pampigen Bedienungen und zahlreichen teuren Booten wieder unseren Blicken. Und schneller als gedacht, aber voller Bilder wunderschöner Ausblicke, sind wir wieder auf dem Weg zu unseren künstlich aus dem Boden gestampften Touristenort Son Parc mit seinen zumeist durchaus akzeptablen Appartementanlagen. Es tut gut, die Füße nach den ca. 13-14 Kilometern staubiger Pisten an "unserem" Strand wieder in das Wasser des Mittelmeeres zu halten...

Menorca, Blick in Richtung Mola de Fornells

Beim Blick von Son Parc zurück in Richtung Mola de Fornells wirkt die Halbinsel eher kahl und langweilig. Die Farbe des Wassers ist jedoch unglaublich!

Die Fragen zu dem Geheimnis der merkwürdigen Anlage an der Spitze der Mola de Fornells nehmen wir mit nach Hause - es ist bis heute ungeklärt, was hier nun wirklich los war (Anm. 2010: Mittlerweile nicht mehr, siehe unten). Einen Hinweis, der mir sehr schlüssig erscheint, liefert möglicherweise ein Reiseführer. Dort liest man u.a.: "An der Nordküste wurden zahlreiche Bunkeranlagen gebaut (Reste davon stehen rund um Favàritx), um eine Landung der Truppen Francos zu verhindern, was aber misslang". Eine Verteidigungsanlage gegen die faschistischen Truppen Francos also womöglich? Das wäre doch aller Ehren wert! Genützt hat es Menorca jedoch nichts. Auch wenn die Insel der letzte Posten war, der sich vor den Truppen Francos wehrte, sozusagen das gallische Dorf Spaniens, ergab sich Menorca im Februar 1939 Francos Truppen. Erst 1975 endete die Schreckensherrschaft Francos bekanntermaßen durch sein Tod.

Andere Gegenden haben wir uns leider nicht mehr erwandert, eine Woche ist dann doch recht kurz. Dies wäre jedoch ohne Probleme möglich gewesen, es gäbe mit Sicherheit noch viel zu entdecken und zu erlaufen rund um das Touristenörtchen Son Parc. Mitgenommen haben wir also diese Eindrücke als auch die Gewissheit, dass die Insel Menorca eine sehr schöne Natur hat, wunderbare Ausblicke bietet und keinesfalls langweilig sein muss, auch in rein touristischen Orten. Man muss sich nur ein wenig aufmachen und die Dinge erkunden... Hinzu kommt, dass die meisten Menschen freundlich zu einem sind, auch wenn man nicht der spanische König ist!

 

 


Reaktionen auf den Text per eMail:


Am 10. August 2009 erlebte ich eine Überraschung: Es traf eine ausführliche, spanischsprachige Mail von einem Herrn Sintes aus Menorca ein, in dem er umfassend erklärt, was es mit den Anlagen auf der Mola de Fornells auf sich hat. Die "Mystik" hat der Platz dadurch natürlich etwas verloren - aber interessant bleibt die Mola de Fornells allemal...

So weit meine Spanisch-Kenntnisse dies zulassen, gebe ich hier die komplette Übersetzung dieser zum Teil sehr detaillierten und komplizierten Mail an. Mein herzlicher Dank gilt Herrn Sintes für die große Mühe, die er sich gemacht hat!


"Hallo, nachdem ich Ihren Artikel durch Zufall gefunden habe, sende ich Ihnen einige Informationen über den Bereich, den Sie beschreiben.

Die Halbinsel der "Mola de Fornells" ist ein sehr unbekannter Ort, selbst auf Menorca wissen nur nur Botaniker, Naturforscher und einige Wanderer etwas über diesen Ort.

Die Finca heißt "Albufera del Conda de Torresaura", sie umfasst ca. 1400 Hektar. Sie gehörte seit mehr als vier Jahrhunderten der Familie "Oliven", einer adligen Familie aus Ciutadella, die noch viel mehr Land auf Menorca besitzt.

Der Graf starb 1995 unverheiratet und ohne Kinder, gab sein ganzes Vermögen an seinen Anwalt ab: Juan Valero, sowie einer Schwester von ihm und einem Neffen. Es wurde eine Gesellschaft mit dem Namen Fasfor S.A. gegründet, die verantwortlich für die Nutzung dieses Landes ist.

Im sechzehnten Jahrhundert wurde auf der Erhebung der Mola ein Alarmierungs-Wachturm gebaut, um die Bevölkerung vor einer möglichen Invasion durch Piraten warnen zu können.

In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde im Zentrum der Halbinsel ein neuer landwirtschaftlicher Betrieb gegründet, der sich Albufereta nennt, sie gehörte einigen gemeinsam. Und: der Betrieb beschäftigte sich mit Weinbau, allerdings verschwand die Weinerzeugung auf der Insel Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wieder. Das ist dieses Haus, das Sie in Ruinen sahen und das anschließend bis weit in die 1960er Jahre hinein als Wache verwendet wurde. Im Jahre 1992 fiel das Haus bei einem extrem starken Nordsturm auseinander.

Im Jahre 1867 ermittelte der Oberste Ingenieur und der Direktor des Nationalen Geographischen Instituts, Herr Carlos Ibáñez e Ibáñez de Ibero, bei der Erstellung der "Nationalen topographischen Karte von Spanien" neben dem Wachturm eine Höhe von 123,42 Metern über dem Meeresspiegel.

Im Jahr 1898, während des Spanisch-Amerikanischen Krieges, wurde es als notwendig erachtet, in der Nähe des Wachturms einige Anlagen zu bauen: Eine Artillerie-Batterie, ein kleiner Steg am Strand direkt gegenüber von Fornells wird gebaut (heute praktisch verschwunden), eine Straße von der Anlegestelle bis an die Spitze der Mola (diese hat den Lauf der Zeit überstanden), einen Tank oder Wasserbehälter (was Sie als einen Pool angesehen haben) und die oberen Gebäude als Truppen-Schlafunterkunft. Zur gleichen Zeit begann der Abriss des Turms, weil er in einem Schuss-Sektor der zukünftigen Artillerie störte und sein unterer Teil als Pulvermagazin dienen sollte (wo jetzt der unterirdische Tunnel ist).

In dieser kritischen Zeit hat man an die Installation von Mörsern und Granatwerfern gedacht, als einziges angelegte Material der Artillerie - begünstigt durch die Höhe der Siedlung. Aber die Geräte waren bei Beendigung des Konfliktes noch gar nicht montiert, es blieb jedoch eine kleine Abteilung vor Ort. Der Zugang zu dem Ort wurde per Schiff von Fornells aus ermöglicht. Das Projekt geriet ins Stocken und nichts war wirklich geschehen, als der Bürgerkrieg "1936-39" begann.

Im Jahr 1926 wird der "Plan von Artillado für Marinestützpunkte" genehmigt, der zur Gründung von zu den bisherigen Batterien Ferrol, Cartagena und Mahon zusätzlichen Artillerie-Batterien auf Menorca führte. Mit Kanonenbooten wurden diese drei Häfen mit dem modernsten Material seiner Zeit ausgerüstet. Im Falle von Menorca gehörte zur Ausstattung der Artillerie-Batterien (bestehende Batterien nicht erwähnt) folgendes:

Favaritx:
2 Vickers-Kanonen mit 381/45 mm
4 Vickers-Kanonen mit 152/50 mm
4 Vickers-Kanonen mit 105/43 mm (Flugabwehr)

La Mola (Mahon):
2 Vickers-Kanonen mit 381/45 mm
4 Vickers-Kanonen mit 152/50 mm
4 Vickers-Kanonen mit 105/43 mm (Flugabwehr - nicht gebaut)

Llucalary:
2 Vickers-Kanonen mit 381/45 mm
4 Vickers-Kanonen mit 152/50 mm
4 Vickers-Kanonen mit 105/43 mm (Flugabwehr)

Biniancolla:
4 Vickers-Kanonen mit 152/50 mm
4 Vickers-Kanonen mit 105/43 mm (Flugabwehr)

Dreiecks-Fliegerabwehr von Mahon:
12  Vickers-Geschütze mit 105/43 mm, gebaut in eine dreieckige Form um Mahon in 3 Batterien: Mila, Turo und Biniarroca.

Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs blieb Menorca loyal gegenüber der Regierung der Republik. Der damalige Militärgouverneur von Menorca, Herr Brandaris, entschied sich, die älteste Batterie veralteten Material (installiert in Mahon), zu erhalten. Außerdem wurde ein Ausbau beschlossen und neue Batterien für die Verteidigung des Restes der Insel geschaffen.

1937 entschied er, die Mola de Fornells mit 2 Kanonen aus der Batterie von Clot der Mola von Mahon auszustatten. Sie wurde aus 4 Schnellfeuer-Geschützen Munaiz-Argüelles mit 150/45 mm gebildet.

Einige Daten der Schnellfeuer-Kanone "Munaiz-Argüelles", Modell 1903.
Kaliber: 150/45 mm
Metallkonstruktion: geschmiedet und gehärtet
Rohrlänge: 5,585 m
Anzahl von Zügen: 42
Gewicht der Waffe: 6394 kg
System des Verschlusses: Schraubenverschluss
Geschosse: mit Nieten-Mantel und 50 kg Gewicht
Sprengladung: 600 Gramm
Gewicht des Projektils: 12,5 kg
Anfangsgeschwindigkeit: 747 m/s
Höhenrichtbereich: -5° / 24°59'
Maximale Reichweite: 13.700 m
Feuerrate: 1 Schuss alle 30 s mit Korrektur oder 6 Schuss / Minute in schneller Folge.

Als Feuerleitsystem wurde der vertikale Entfernungsmesser "Zaragoza" montiert.

Es wird vorübergehend ein Weg von der Finca "Albufera" zum kleinen Strand vor Fornells gebaut um die Teile der Artillerie zu transportieren. Zu der Zeit waren Transport und Montage ziemlich schwierig - es fehlte an passenden Mitteln. Zudem wurde im gleichen Jahr das niedrige Gebäude direkt neben der Zisterne als Wohnsitz des Offiziers gebaut.

Im Jahr 1945 wurden die alten Artillerie-Batterien überall auf der Insel deinstalliert, aber diese und einige andere der Zitadelle überstanden dies unberührt.

Es war immer eine Position zweiter Ordnung, aber es gab Interesse an seiner Erhaltung.

Die letzten Test-Schüsse fielen im Jahr 1959 oder 1960.

Im Jahr 1965 werden die zwei Kanonen in Teile zerlegt und bleiben in erster Linie "im Kisten" und "Reserve".

Seit den 1950er Jahren bis 1976 wurde der untere Teil der Halbinsel kontinuierlich als Geschoss- und Bombenabwurfplatz genutzt, für die Realisierung von Echtzeit-Feuer Übungen von Artillerie und Infanterie. In der letzten Übung haben sie im Juni 1976 16 Flakgeschütze gefeuert: FLAK 88/56mm, Modell 1944.

Ab 1970 wurde die Batterie der Mola de Fornells von einer kleinen Gruppe von fünf Kanonieren gehalten, die jede Woche ersetzt wurden. In dem niedrigen Gebäude lebten ein Unteroffizier und seine Frau.

Die Einrichtungen wurden in den späten 1970er Jahren geschlossen, die Türen und Fenster verriegelt, aber die Geschütze blieben in ihrer Stellung. Um zur Mola Zugang zu erhalten, war eine Genehmigung der "militärischen Regierung von Mahon" notwendig, aber die mangelnde Überwachung sorgte dafür, dass die Anlage durch Vandalismus weitgehend zerstört wurde.

Im Oktober 1989 wurden die 2 verbliebenen Kanonen von schweren Hubschraubern "Chinook" in die "Burg von San Felipe" transportiert, in "Es Castell", zur Verzierung. Im Jahr 1994 wurde eine dieser Waffen an die Vorderseite des "Militärmuseums" versetzt.

Überraschenderweise war die "Mola de Fornells" bis 2002 ein "Sicherheits-Bereich" im Interesse der nationalen Verteidigung. So waren Luftaufnahmen nicht erlaubt, und "Google Maps" war unscharf oder Detailkarten waren leer.

Bis zum Tod des Grafen war der Zugangsweg geöffnet, so war es möglich, mit privaten Fahrzeugen in der gesamten Region zu fahren. Dies wurde Mitte der 90er Jahre gesperrt und von zwei patrouillrenden Wachen auf dem Anwesen kontrolliert, die auch für die Genehmigung zuständig waren, die Zone durchqueren zu dürfen.

In den 80er Jahren wollten einige deutsche Investoren die Mola de Fornells erschließen und Luxus-Appartements und einen privaten Hubschrauber-Landeplatz auf dem Gipfel errichten, aber diese Versuche blieben erfolglos. Jetzt ist die Mola ein "ANEI" (Naturgebiet von besonderem Interesse), "LIC" (Ort von allgemeinem kommunalem Interesse) und "ZEPA" (Besondere Schutzzone für Vögel).

In der ganzen Halbinsel gab es Anfang des 20. Jahrhunderts neun Kalköfen, die Gestein des Gebiets nutzten und mit trockenem Geäst betrieben wurden. In regelmäßigen Abständen gab es verbreitete Feuer auf der gesamten Halbinsel. Hierdurch entstanden Weiden für die früher über 1000 Ziegen. Aus diesem Grund gab fast keine Bäume in der Gegend und die Ziegen, die es heute gibt, sind verlassen.

Das Gebiet ist geologisch gesehen "Jura-Dolomit", am Gipfel der Mola ist es eine "quartäre fossile Düne". Darum sahen Sie so viele Meeres-Teile auf dem Gipfel.

Ich hoffe, einige Ihrer Fragen gelöst zu haben.

Viele Grüße aus Menorca"

 


 

 


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Dirk Matzen

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