Radfahren...!

Radtour auf dem Oderbruchbahn-Radweg
4. Tag: Von Wriezen bis nach Bienenwerder (12,3 km)

Ein Fahrrad-Reisebericht über eine Radtour auf einem Teil des Oderbruchbahn-Radwegs im Juli 2011
  mit 12 Bildern




Oderbruchbahn-Radweg hinter Wriezen

Der Oderbruchbahn-Radweg von Wriezen nach Bienenwerder: Fast die gesamte Zeit ein schnurgerader Radweg.

 

Wriezen, Mittwoch 6.7.2011, 11:00 Uhr

Ja, ja, ja - ich gebe es ja zu: Es ist etwas absurd, dieses kleine Stückchen Weg als eigene Seite der Wegbeschreibung des Oderbruchbahn-Radwegs zu beschreiben! Aber: Es ist halt eben auch ein Stückchen Oderbruchbahn-Radweg. Und wir sind den Oderbruchbahn-Radweg ebenso, wie dieses Stück gefahren. Also gibt's eine kleine Beschreibung dieses Stücks, damit die Schilderung des Oderbruchbahn-Radwegs komplett wird. Und: Letztlich ist diese kurze Strecke auch ein sehr besonderes Stück Radweg. Also soll es hier auch kurz vorgestellt werden! Basta!

Als wir, also meine Liebste und ich, dieses Stück Oderbruchbahn-Radweg heute fahren, sind wir noch gar nicht auf die Idee gekommen, im späteren Verlauf unseres Urlaubsaufenthalts im östlichen Brandenburg noch speziell den Oderbruchbahn-Radweg zu radeln.

Am heutigen Tag wollen wir schlicht von unserem Aufenthaltsort ein Stück östlich von Berlin an die Oder und dann an ihr entlang fahren. Wir lieben das Radfahren direkt am Ufer der Oder - und genau das ist vor allem eben unser Ziel heute.

Um dann heute um elf Uhr nach Wriezen zu kommen, haben wir dann schon fast zwei Stunden Tour mit 32 km Strecke hinter uns.

 

SCHNELLFAHRT AN DIE ODER: VON WRIEZEN NACH BIENENWERDER

Wriezen Ortsausfahrt

In Wriezen, kurz bevor man in Richtung Oder abbiegt. Da Foto stammt vom Mai 2010 - daher der wolkige Himmel.

 

 

 

Dort, in Wriezen, geht's zunächst noch eine Weile durch die Stadt. Dann schwenken wir ein auf den abgelegenen Oderbruchbahn-Radweg in Richtung Bienenwerder. Das besondere an dieser Strecke bemerkt man sofort: Man hat das Gefühl, dass man auf dem Weg unendlich weit nach vorne gucken kann. Die Strecke nach Bienenwerder ist (fast) schnurgerade.

 

 

 

Eine alte Bahnstrecke - und der Lokführer konnte damals wohl ein Nickerchen machen. Auch der Radfahrer heute hat das Gefühl, er kann abschalten, die Augen etwas schonen und braucht nur geradeaus zu radeln. Reizvoll ist das sicherlich für Rennradler: Wo kann man es denn schon mal 12 Kilometer lang schnurgeradaus richtig "krachen lassen"?

Aber Vorsicht dabei: Leider gehen die 12 km nicht ungehindert geradeaus! Es gibt ein paar Querstraßen! Und die haben nicht nur Vorfahrt, sondern sind zum Teil auch gar nicht gut einsehbar. Also ist es dann besser, die 12 km doch nicht durchgehend Tempo fahren.

 

EIN SCHNURGERADER RADWEG - FAHREN WIE IM RAUSCH

Aber doch: Es bringt uns ungemein Spaß, diese 12 km lange Gerade zu fahren. Ich kenne keine vergleichbare Strecke, keinen vergleichbaren Radweg - nirgendwo! Sie denken, dass das vielleicht langweilig ist, geradeaus zu fahren? Aber, nein! Wenn Sie es ein klein wenig mögen, etwas flott Fahrrad zu fahren, dann ist diese Strecke ein beinahe berauschende Erfahrung!

Oderbruchbahn-Radweg bei Altreetz

Fast wolkenlos ist es am Tag unserer flotten Fahrt nach Bienenwerder. Hier auf der Höhe der Ortschaft Altreetz.

 

 

 

Ab und zu kommt man an kleinen, ja, winzigen Ortschaften entlang, streift sie eigentlich nur am Rande: Altmädewitz, Altreetz oder Neurüdnitz machen vor allen durch Infotafeln am Rande der Strecke auf sich aufmerksam. Und als wir gerade an Zäckericker Loose entlang kommen, denke ich schon wieder mal: Ach - ich mag diese Ortsnamen hier im Oderbruch einfach!

Tischladen am Wegrand

Am Rande des Weges findet man immer wieder mal Verkaufstische mit Angeboten, oft mit hausgemachten Marmeladen oder Fruchtaufstrichen.

 

 

 

Hier und da gibt es mal einen Tisch mit Warenangeboten an landwirt-schaftlichen Erzeugnissen oder Hausgemachtem. Diese lassen wir heute aber links liegen, wir haben bei diesem fantastischen Wetter Lust, die Strecke flott zurück zu legen. Wir lassen es zwar nicht gerade "krachen" und sind auch nicht mit unseren Sporträdern unterwegs - aber nach gerade mal 33 Minuten sind wir in Bienenwerder angekommen.

Bienenwerder Brücke

Und da sind wir nach insgesamt 33 Minuten Fahrt nach dem Start am Markt in Wriezen schon am Endpunkt der Strecke: Der Brücke bei Bienenwerder über die Oder. Man fährt gerade auf die Brücke zu (Foto vom August 2008), dem endgültigen Endpunkt des Oderbruchbahn-Radwegs.

Dort fährt man auf der früheren Bahnstrecke direkt auf eine Brücke über die Oder zu. Schade eigentlich, dass diese Brücke gesperrt ist! Man könnte direkt nach Polen hinüber fahren... (Anmerkung 2016: Im Jahr 2014 wurde ein "Brückentaxi" in Form einer Draisine eingerichtet. Oftmals darf diese Draisine allerdings auch nicht fahren, um ein brütendes Uhu-Paar nicht zu stören)

Oderbrücke Bienenwerder

Ein Binnenschiff hier auf dieser Höhe der Oder zu sehen, ist ein seltenes Ereignis. Und das dann noch direkt bei der Brücke von Bienenwerder ist das schon ein Glückfall.

Hier endet heute dann aber unsere Fahrt auf dem Oderbruchbahn-Radweg. Genau 12,3 km auf diesem Radweg sind wir heute gefahren, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,7 km/h (maximal 33,8 km/h). Dass wir am heutigen Tag dann auf den Oder-Neiße-Radweg einschwenken und drumherum heute in einer sehr schönen Schleife insgesamt 118,8 km radeln, tut für die Schilderung des Oderbruchbahn-Radwegs ja nichts zur Sache.

Alle vier Teile zusammen sind wir letztlich 151,1 km auf dem Oderbruchbahn-Radweg gefahren - die gesamte Route. Auf vier Tagesstrecken verteilt, immer eingefädelt in umfangreichere Touren. Ein lohnenswerte Radstrecke! Und: Insgesamt ist die gesamte Region eine vorzügliche Fahrrad-Region. Das Gebiet östlich von Berlin ist relativ dünn besiedelt - was im Gegenzug heißt: Man hat wenig Autoverkehr. Wenn man die großen Straßen hier in meidet, dann kann man hier in der Gegend überall wunderbar Fahrrad fahren.

 

 

 

 

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Dirk Matzen

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