Kaunas
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Links:

Wikipedia

www.kaunas.lt

flickr




 

Ein Tag in Kaunas / Litauen - Einige Eindrücke
Ein Reisebericht
mit 76 Fotos

 


Kaunas - Die Altstadt
In der Altstadt von Kaunas.
 

 

Eigentlich war mein einwöchiger Aufenthalt in Litauen auf die Stadt Vilnius beschränkt (siehe Reisebericht hier). Allerdings bot mir der im Bildungsurlaub programmfreie Samstag die Möglichkeit, noch etwas anderes in dem Land kennen zu lernen - und so beschloss ich, mich der Litauischen Eisenbahn (Lietuvos Geležinkeliai) anzuvertrauen (was kein Problem ist, es fahren recht viele Züge) und die 100 Kilometer lange Strecke gen Westen zur mit 360.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Litauens, nach Kaunas, zu unternehmen.

Wenn man dann einen Tag in einer bis dahin völlig unbekannten Stadt verbringt, so kann man über diese Stadt sicherlich nicht allzu viel berichten, und nur einige kurze und oberflächliche Eindrücke mitnehmen. Aber diese Eindrücke können durchaus einiges vermitteln. Und man bekommt ein erstes Gefühl dafür, ob einem eine Stadt gefällt, oder nicht...

Und: Kaunas gefällt mir! Eine zumeist wunderschöne, große Altstadt, der man zuweilen ihr Alter auch noch ansieht, hat mich geradezu gefangen genommen. Zwei große Flüsse durchziehen die Stadt: die Neris, die mir ja schon aus Vilnius bekannt war, und die hier in Kaunas in den Nemunas mündet - der alte deutsche Name des Flusses: Memel. Der Zusammenfluss von beiden scheint für die Einheimischen ein geradezu magischer Ort zu sein. Eine hügelige Umgebung, die oft einen schönen Blick über die Stadt gewährt. Zwei total unterschiedliche Fußgängerzonen in der Innenstadt buhlen um die Gunst der Kunden.

Aber es gibt durchaus auch Dinge, die mir nicht sonderlich verlockend an der Stadt erscheinen: es scheint sehr viel Industrie in und um Kaunas zu geben, gewaltige Plattenbausiedlungen ziehen sich auf den Hügeln um die Stadt. Bei meinem Blick über die Stadt kurz nach meiner Ankunft vom Aleksotas-Hügel aus (die Zahnradbahn fährt am Samstagvormittag nicht, der Aufstieg zu Fuß stellt aber auch kein größeres Problem dar) hüllt der späte September milde seinen Morgennebel über die umgebenden Hügel, so dass man die massiven (Platten-)Bausünden der Sowjetzeit gerade mal ahnen kann...


Kaunas - Blick über die Stadt
Blick vom Aleksotas-Hügel über die Altstadt von
Kaunas. Der Fluss im Vordergrund ist der
Nemunas, früher in Deutschland Memel genannt.
 

Kaunas - Die Flüsse Neris und Nemunas
Blick vom Aleksotas-Hügel zum Zusammenfluss
der beiden Flüsse Neris und Nemunas (der längste
Fluss Litauens). Im Hintergrund eines von offenbar
einigen Industriegebieten. Der Blick von den
Hügeln ist wirklich schön!
 

Kaunas - Standseilbahn zum Aleksotas-Hügel
An Wochenenden ist die Standseilbahn auf die Aleksotas-Hügel leider nicht in Betrieb. Will man hinauf, muss man die
262 Treppenstufen hinauf steigen.
 

Kaunas - Aleksoto-Brücke
Relikte aus der sowjetischen Zeit auf der
Aleksoto-Brücke.
 

Kaunas - Architektur-Stile
Und überhaupt: Ein recht lustiger Architektur-Mix!
 

Kaunas - Aleksoto-Brücke
Blick auf die Aleksoto-Brücke über den Nemunas. Eine kleine Anekdote hierzu: Die Aleksoto-Brücke im Vordergrund galt früher als "längste Brücke der Welt", scherzhaft. Das Foto vom Gebiet des früheren Russischen Reiches aus gemacht, das auf der anderen Seite der Brücke liegende Gebiet lag in Preußen. In Preußen galt der julianische Kalender, in Russland der gregorianische, die Differenz zwischen den beiden Kalendern betrug 13 Tage. Ging man also auf der Brücke von einer Seite auf die andere, so hatte man einen Zeitunterschied von 13 Tagen dafür benötigt. Eine fürwahr lange Brücke! Ganz klein links übrigens eine Hochzeitsgesellschaft...
 

Kaunas - Santakos-Park
Der idyllische Santakos-Park an der Landspitze der
Altstadt zwischen Neris und der Nemunas.
Komischerweise ohne Hochzeitsgesellschaft...
 

Kaunas - Zusammenfluss von Neris und Nemunas / Memel
Links der Nemunas (die "Memel"), rechts die Neris.
Hier an der Landspitze des Zusammenflusses fand man Überreste von menschlichen Siedlungen aus dem 4./5. Jahrhundert - der Ursprung der Stadt Kaunas.
Viele Spaziergänger zieht es heutzutage hierhin,
offenbar in gewisser Weise eine "magischer Ort"
für die Einheimischen.
 

Kaunas - Landspitze
Der Blick von der Landspitze in Richtung Altstadt
gibt einen Eindruck, wie groß der Park ist.
 

Kaunas - Burg von Kaunas
Die beeindruckende Burg von Kaunas (Kauno pilis).
Die ersten Teile wurden im 13. Jahrhundert
errichtet, heute ist vieles rekonstruiert. Nicht auf
dem Bild, rechts: die Hochzeitsgesellschaft!
 

Kaunas - St.-Georg-Kirche
Die St.-Georg-Kirche mit Kloster. Nach einer
Woche in Vilnius fällt einem der noch größere
Sanierungsbedarf in Kaunas durchaus auf.
 
 

Die Altstadt von Kaunas erkunde ich ausführlich. Sie ist groß, beeindruckend, zumeist gepflegt, ohne "geleckt" zu wirken. Und einzelne Gebäude erscheinen gar dem Verfall nahe zu sein - insgesamt gibt man sich aber spürbar Mühe. Der Rathausplatz (Rotušės aikštė) ist prachtvoll mit dem prunkvollen Rathaus in seiner Mitte. Mit seinem 53 Meter hohen Turm wirkt das Rathaus eher wie eine Kirche, wegen seine strahlend weißen Farbe wird es auch "Weisser Schwan" genannt. Ein Bummel durch die Seitenstraßen erinnert mich zuweilen an die Altstadt von Lübeck. Immer wieder gibt es kleine Durchgänge in Höfe oder zu Hinterhäusern und oft lohnt es sich, hier einmal hindurch zu lugen, man findet viel charmantes.


Kaunas - Rathausmarkt, Trinkwasserbrunnen
Trinkwasser auf dem Rathausmarkt. Die Nasen der Hundefiguren scheinen Glück zu bringen, jedenfalls wurde sie von Passanten immer wieder liebevoll berührt.
 

Kaunas - Maironis-Denkmal, Rathausmarkt
Wer denkt denn da???
Literaturmuseum, Maironis Denkmal und unbekanntes Liebespaar auf der Westseite des Rathausplatzes.
 

Kaunas - Rathausmarkt
Saniert / nicht saniert im Vergleich...
 

Kaunas - Rathaus von kaunas
Der "Weisse Schwan" - das Rathaus
von Kaunas. Am Samstag ist der
ganze Rathausplatz voller Hochzeitsgesellschaften, die zum Teil mit Bussen herangeschafft werden.
 

Kaunas - Rathausplatz
Der Platz verliert sehr viel an Flair dadurch, dass
Autos ihn offenbar frei befahren können.
 

Kaunas - Gebäudedetails
Gebäudedetails.
 

Kaunas - Rathausmarkt Ostseite
Die Ostseite des Rathausmarktes.
 

Kaunas - Vilniaus gatvė
Die Einkaufsstraße Vilniaus gatvė mit vielen
kleinen Geschäften und Cafés - für einen
Samstagvormittag verblüffend unbelebt.

 

Kaunas - Verfallendes Haus
In den Nebenstraße findet man noch viele sanierungsbedürftige Häuser.
 

Kaunas - Altstadt Nebenstraße
Eine typische Nebenstraße der Altstadt, am
Samstag natürlich mit Hochzeitslimousine..
 

Kaunas - Vilniaus gatvė Backsteinhaus
Schönes Backsteinhaus in der Vilniaus gatvė.
 

Kaunas - Dachgiebel
Oft lohnt es sich, den Kopf einmal noch oben zu wenden
und die kunstvollen Dachgiebel wahrzunehmen! Mal so...
 

Kaunas - Dachgiebel
... und mal so.
 

Kaunas - Vilniaus gatvė in der Altstadt
Noch einmal in der sehr gemütlichen Vilniaus gatvė.
 

Kaunas - Altstadt Durchgänge
Einer von zahlreichen Durchgängen zu Hinterhäusern,
Nebeneingängen, Nebenstraßen...
 

Kaunas - Vilniaus gatvė mit Radweg
Fein säuberlich abgetrennt ein Fahrradweg
in der Vilniaus gatvė.
 

Kaunas - Neubauten in der Altstadt
Wo die Bausubstanz zur Sanierung dann wohl doch nicht
mehr reichte baute man modern, aber durchaus stilvoll.
 

Kaunas - Graffiti "Gerda"
Graffiti sah man in Kaunas recht selten - und dann
auch nicht sehr kompliziert...
 

Kaunas - verkehrsreiche Straße
Aber auch die Altstadt blieb vor
Verkehrsachsen nicht verschont.
 

Seine wohl größte Zeit erlebte Kaunas vom 9.10.1920 bis zum 10.10.1939. Die eigentliche Litauische Hauptstadt Vilnius war von Polen besetzt und "geschluckt" worden, die Litauische Regierung verlegte ihren Sitz vorläufig nach Kaunas, was der Stadt schnell wirtschaftlichen und kulturellen Auftrieb verschaffte. Danach wurde Litauen von der Sowjetunion annektiert - und Kaunas verlor seine bedeutende Rolle wieder. Im Vorpark des sehr schönen damaligen Regierungsgebäudes finden sich Stauten der von hier aus regierenden Ministerpräsidenten, und zahlreiche im Park aufgestellte großflächige Fototafeln vermitteln ein gutes Bild der damaligen Zeit in Kaunas. Schon am 24. Juni 1941 gab es schon wieder neue Herren in Kaunas: die Deutschen marschierten ein. Anders als in Vilnius kam es, auch schon vorher, zu grauenhaften Progromen an der jüdischen Bevölkerung - durchgeführt vor allem durch Litauer, geduldet von Deutschen. Von ehemals 37.000 Juden in Kaunas überlebten nur 2.500, als im Oktober 1944 die Rote Armee die Stadt wiederum einnahm.


Kaunas - Regierungssitz
Von 1920 bis 1939 der Regierungssitz von Litauen.
 

Kaunas - Nationalflagge
Gelb - wie die Sonne, grün - wie das Land, rot - wie das für die Freiheit vergossene Blut: Die Farben Litauens.
 

Kaunas - Nationales Kunstmuseum
Der Eingang zum Park vor dem alten Regierungsgebäude.
 

Kaunas - Statue von Antanas Smetona
Etwas steif in Bronze gegossen: der in bewegten
Zeiten nach dem ersten Weltkrieg bis in den
zweiten Weltkrieg hinein in verschiedenen Positionen
für die Unabhängigkeit Litauens ringende Antanas Smetona, der sich dann auch schon mal mit Hilfe
eines Militärputsches an die Macht brachte.
 

Kaunas - Statue von Aleksandras Stulginskis
Eher väterlich wirkt da die Figur von Aleksandras Stulginskis, in den 20er Jahren Staatspräsident, er landete für viele Jahre im sowjetischen Gulag.
 

Kaunas - Im Park vom Präsidentenpalast
Geschichte ganz plastisch dargestellt: Im Garten des Präsidenten Palastes in Kaunas stehen zahlreiche große Fototafeln - hier ein Foto von der Feier zum zehnten Geburtstag der Unabhängigkeit Litauens 1928.
 

Der alte Regierungssitz ist heute an Fußgängerzone in der Viliaus gatvė der Altstadt gelegen. Diese ist zwischen den vielen alten Häusern sehr schön gelegen - nur leider sehe ich am Samstagvormittag bis zum Mittag kaum Leute, die sich hier aufhalten. Es herrscht ein zuweilen schon fast gespenstige Leere. Gut, dass es immerhin so viele Hochzeitsgesellschaften gibt, die für etwas Leben in diesem Stadtteil sorgen!


Kaunas - Hochzeitsgesellschten am Rathaus
Kaunas, die Hochzeitsstadt! Hier gleich zwei Hochzeitsgesellschaften, eine dritte im Hintergrund
vor dem Eingang zum Rathaus.
 

Kaunas - Hochzeitsgesellschaft mit Oldtimer
An jeder Sehenswürdigkeit der Stadt (hier an der
Burg) sah man den ganzen Tag über die Hochzeitsgesellschaften auftauchen - immer begleitet
von einem offenbar professionellen Fotografen und
einem Filmer. In allen erdenklichen Positionen
musste dann immer ausdauernd posiert werden.
 

Kaunas - Stretch-Limousine
Die Stretch-Limousinen haben am
Wochenende Hochkonjunktur.
 

Kaunas - Fotografen mit Brautpaar
Dieses Posieren sollte wohl aussagen: Ab sofort
muss "Er" "Sie" in jeder Situation halten. Die
Fotografen waren nicht leicht zufrieden zu stellen.
Nach ca. einer Minute (der Bräutigam wurde langsam verkrampft und hochrot) machte sich der westliche Beobachter langsam ernsthafte Sorgen um die Feier
und vor allem vom die Braut! Und drückte
seinerseits auf den Auslöser.
 

Kaunas - Stretch-Limousine im Neuen Zentrum
Auch mitten in der Fußgängerzone des "Neuen Zentrums" mussten die Hochzeitfotos gemacht werden.
 

Kurz nach Ende der ca. ein Kilometer langen Fußgängerzone der Altstadt biegt man leicht rechts ab - und landet unversehens in der nächsten Fußgängerzone. In der Laisvės alėja, der Freiheitsallee. Und auch diese ist besonders: War sie doch die erste Fußgängerzone in der Sowjetunion, eröffnet im Jahr 1982. Entsprechend großzügig ist diese 1,6 Kilometer lange, schnurgerade Straße angelegt. Mit 30 Metern sehr breit sowie mit einer penibel in Reih' und Glied stehenden, doppelten Linden-Baumreihe in der Mitte, unter denen es zahlreiche Sitzgelegenheiten und etliche kunstvolle Skulpturen gibt. Kommt man aus der Altstadt, so erkennt man am anderen Ende der Fußgängerzone eine gewaltige Kirche. Aus der Ferne wirkt sie von der Architektur, wie eine typische russisch-orthodoxe Kirche - sie ist jedoch die katholische Hl.-Erzengel-Michael-Kirche (die übrigens die Zeit der sowjetischen Besatzung als Skulpturen- und Glasmalerei-Museum überstand). Man klotzte und gab sich nicht sparsam.


Kaunas - Fußgängerzone Laisvės alėja
Und gleich die nächste Fußgängerzone: die Laisvės
alėja. Das "neue Zentrum". 1,6 Kilometer lang,
30 Meter breit und schnurgerade. Es war die
erste Fußgängerzone der Sowjetunion - und sie ist
immerhin etwas belebter, als die Vilniaus
gatvė.
 

Kaunas - Statue in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Detail am Beginn der Laisvės alėja - Kunst ist in der Einkaufsstraße reichlich vertreten.
 

Kaunas - Hauptpostamt
Sozialistischer Baustil in Reinkultur:
Das Hauptpostamt in Kaunas.
 

Kaunas - Findenbäume in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Die Lindenallee in der Fußgängerzone -
wie an der Schnur gezogen.
 

Kaunas - Wohnhaus in der Laisvės alėja
Ein typisch sozialistischer "Vorzeigebau", die Fenster
sind jetzt immerhin neu. Und im Erdgeschoss
befindet sich mittlerweile...
 

Kaunas - Gerry Weber in der Fußgängerzone
...Gerry Weber - unter dem
bröckelndem Putz.
 

Kaunas - Vision express in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Interessant ist oft der Blick von den Geschäften
nach oben: Viele Läden sehr, sehr schick - die Bausubstanz darüber marode und wie hier leerstehend.
 

Kaunas - Marc O'Polo in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Der Zustand des Hauses, das den schicken
Marc O'Polo-Laden beherbergt, ist schon fast ruinös:
Man konnte gar durch verschiedene Stockwerke
diagonal durchs Gebäude schauen...
 

Kaunas - Musiktheater
Etwas südlich der Fußgängerzone -
das schöne Musiktheater.
 

Kaunas - Statue Vytautas des Großen
Die Statue von Vytautas dem Großen (regierte Litauen
im 14./15. Jahrhundert). Er besiegt symbolisch
Polen, Teutonen, Russen und Tataren.
 

Kaunas - Fußgängerzone Laisvės alėja
Beim Blick gen Osten hat man ständig die
eindrucksvolle Hl.-Erzengel-Michael-Kirche auf dem
Unabhängigkeitsplatz vor Augen.
 

Kaunas - Kaufhaus Merkurijus
Das große, zentrale Kaufhaus Merkurijus - geschlossen! Wie ich litauischen Internetseiten entnehmen konnte (ohne sie vollständig zu verstehen...), soll es einen großen Umbau geben.
 

Kaunas - Springbrunnen in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Man hat sich viel Mühe gegeben, die Fußgängerzone großzügig und aufgelockert zu gestalten - wie hier mit dem schön gestalteten Springbrunnen.
 

Kaunas - Skulpturen-Galerie in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Mitten in der Innenstadt: Eine Skulpturen-Galerie.
 

Kaunas - Katzenfigur in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Kunst im öffentlichen Raum. In Kaunas kann man
viele liebevoll gestaltete Details entdecken...
 

Kaunas - Skulptur in der Fußgängerzone Laisvės alėja
...So, wie auch diesen Kollegen, der in aller
Gelassenheit mit seinem üppigen "Einkauf"
in der Fußgängerzone verweilt.
 

Kaunas - Geschlossenes Geschäft
In einigen Häusern herrscht auch in den Läden Leerstand - dort hat man dann großformatige Fotos Szenen aus besseren Zeiten der Einkaufszone ausgestellt.
 

Kaunas - Poster im Schaufenster
Diese Fotos sehen dann zum
Beispiel so aus, wie auf diesem Bild
aus kommunistischen Zeiten der Sowjetunion 1984.
 

Kaunas - Neue Architektur in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Aber: im "neuen Zentrum" von Kaunas gibt es nicht nur langsam herunterkommende Bausubstanz -
es wird auch neu und modern gebaut.
 

Kaunas - Fußgängerzone Laisvės alėja
Eine kleine Tücke der Fußgängerzone:
Es gibt immer wieder Querstraßen, wo man den Autoverkehr beachten muss...
 

Kaunas - Hochzeitsgesellschaft in der Fußgängerzone Laisvės alėja
Auch hier - natürlich! - Hochzeitsgesellschaften.
 

Kaunas - Hl.-Erzengel-Michael-Kirche
Die Hl.-Erzengel-Michael-Kirche - groß und beeindruckend.
 

Kaunas - Hl.-Erzengel-Michael-Kirche
Detail an der Hl.-Erzengel-Michael-Kirche.
 

Heute wirkt auch diese Einkaufsgegend des "Neuen Zentrums" etwas unwirklich. Zur Linken und zur Rechten findet man zahlreiche namhafte Einkaufsmöglichkeiten. Schaut man jedoch etwas über die Geschäfte, so sieht man vor allem Grau, einige der Bauten aus sowjetischer Zeit scheinen gar dem Verfall nahe. Einzelne Geschäfte stehen auch leer. Diese Läden finden jedoch von allen mein gesteigertes Interesse, denn hier hat man sich etwas einfallen lassen: In die Schaufenster hat man, ähnlich wie am Regierungsgebäude, großformatige Foto-Poster platziert. Aus der sowjetischen Anfangszeit dieser Einkaufszone. Diese vermitteln einen guten Eindruck davon, wie lebendig und offenbar auch lebenslustig es damals hier zuging. Nun ist hier zwar etwas mehr Kundenverkehr als in der Altstadt, aber auch in dieser Fußgängerzone gilt: für einen Samstagmittag ist für meine Begriffe doch erstaunlich wenig los! Alle Geschäfte geöffnet - kaum Kundschaft! Und die müsste es unter den 360.000 Einwohnern (davon übrigens 92 % Litauer) von Kaunas doch genügend geben...?

Nicht zu Gesicht bekomme ich einen riesigen, modernen Einkaufstempel, in den offenbar die kaufwilligen Einwohner strömen... Von diesem lasse ich mir Tags darauf dann erzählen. Das Schicksal der von mir beschriebenen zentralen Gebiete der Stadt erscheint mir damit besiegelt: Die Zahl der Bilderausstellungen in Schaufenster wird weiter zunehmen, die Trostlosigkeit aber wohl auch. Die meisten Menschen lockt eben doch der Glitzerglanz...


Kaunas - Skulptur "Mann" am Mykolas-Zilinskas-Museum
Direkt gegenüber der Hl.-Erzengel-Michael-Kirche, auf dem Unabhängigkeitsplatz, ist das große Mykolas-Žilinskas-Kunstmuseum, in deren Eingangsbereich diese ca. 10 Meter hohe Statue "Mann" steht und den Eindruck macht. Man hat den Eindruck, der Nackte (er zeigt den griechischen Siegesgott Nike) wolle die Kirche gleich gegenüber umarmen.
 

Kaunas - Skulptur am Unabhängigkeitsplatz
Auch auf dem Unabhängigkeitsplatz.
 

Kaunas - Hl.-Erzengel-Michael-Kirche
Blick auf die Hl.-Erzengel-Michael-Kirche von der Technischen Universität Kaunas aus.
 

Kaunas - Holzhaus
Etwa vom gleichen Standort aus aufgenommen, wie das darüber stehende Foto - nur in die die gegenüberstehende Richtung: für Litauen typische Holzhäuser.
 

Kaunas - Morfai - Radwegeschild
Hier hat "morfai" seine pfiffige Spur auf einem Radwegeschild hinterlassen. Wer im Internet nach Morfai sucht, findet dort vieles Einfallsreiches - wie z.B. hier!
 

Kaunas - Vytauto-Park
Im Vytauto-Park, auf einer Anhöhe gelegen. Die Nachfrage nach den offenbar fest installierten
Karussells war sehr gering - und die bedauernswerte Kassiererin entsprechend sehr gelangweilt.

Kaunas - Schiffsschaukel im Vytauto-Park
 


Kaunas - Neues Wohngebäude
In der Umgebung des Vytauto-Parks kann sehen,
dass es vielen Bewohnern von Kaunas doch ausgesprochen gut geht!
 

Während meiner Fahrt nach Kaunas ist wegen Bauarbeiten die Bahnstrecke zum Hauptbahnhof gesperrt, ich werde auf einem entlegenen Vorstadtbahnhof aus dem Zug geschmissen. Das gibt mir einerseits die Gelegenheit, auch einmal einen Randbezirk der Stadt ein wenig zu erkunden, andererseits komme ich in den Genuss einer Fahrt mit den angenehmen super-modernen Trolleybussen (elektrische Oberleitungsbusse). Warum man solche fast gar nicht in deutschen Städten einsetzt, konnte mir bis dato noch niemand erklären...


Kaunas - Gedenkkreuze an der Ortseinfahrt
Gleich bei der Vorort-Bahnstation: Kreuze an der Ortseinfahrt nach Kaunas.
 

Kaunas - Am Stadtrand
Am Stadtrand von Kaunas: Plattenbauten,
nicht sehr groß und in lockerer Bauweise.
 

Kaunas - alte Industrieanlage
Ein Blick in Richtung der Industriebauten:
nicht sehr Vertrauen erweckend...
 

Vieles habe ich in der Stadt aber auch nicht mehr erkunden können - oder auch nicht mehr mögen. Sehenswerte Kunstmuseen (wie das Mykolas-Žilinskas-Kunstmuseum oder das große M.K. Čiurlionis-Kunstmuseum) erwarteten meinen Besuch vergeblich, ebenso wie das weltweit einmalige Teufelsmuseum, das für einen Touristen eigentlich ein "Muss" ist.

Ob Kaunas aber wirklich eine Reise wert ist, möchten Sie wissen? Nun ja, die Stadt hat einiges zu bieten, und wenn man schon "in der Gegend" ist sollte man sie auf keinen Fall auslassen! Als Tagesausflug war der Aufenthalt in Kaunas schlicht toll! Auch ein zwei- oder dreitägiger Aufenthalt ist ganz sicher nicht zu lang, sofern man Lust auf die Erkundung von Städten und seinen Museen hat. Wie gerne würde ich einmal einen lauen Sommerabend in der malerischen Altstadt  erleben! Obwohl: extra aus Deutschland anreisen würde ich hierfür wohl nicht...

"Sveiki atvykę į svetingajį Kauną!" / "Welcome to the friendly city of Kaunas!" steht auf den Informationstafeln für Touristen - und in der Tat: die Stadt macht zwar einen etwas verschlafenen Eindruck, aber dabei vor allem auch einen sehr freundlichen, liebenswerten!

 

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Meine Empfehlung:
Ein Reiseführer, der viel mehr als Kaunas enthält - mir aber viele vorzügliche Hinweise zu dieser Stadt gab:

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Dirk Matzen

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