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Kaunas 2008 |
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Ein Tag in Kaunas / Litauen - Einige
Eindrücke |
![]() In der Altstadt von Kaunas. |
![]() Blick vom Aleksotas-Hügel über die Altstadt von Kaunas. Der Fluss im Vordergrund ist der Nemunas, früher in Deutschland Memel genannt. |
![]() Blick vom Aleksotas-Hügel zum Zusammenfluss der beiden Flüsse Neris und Nemunas (der längste Fluss Litauens). Im Hintergrund eines von offenbar einigen Industriegebieten. Der Blick von den Hügeln ist wirklich schön! |

![]() Relikte aus der sowjetischen Zeit auf der Aleksoto-Brücke. |
![]() Und überhaupt: Ein recht lustiger Architektur-Mix! |
![]() Blick auf die Aleksoto-Brücke über den Nemunas. Eine kleine Anekdote hierzu: Die Aleksoto-Brücke im Vordergrund galt früher als "längste Brücke der Welt", scherzhaft. Das Foto vom Gebiet des früheren Russischen Reiches aus gemacht, das auf der anderen Seite der Brücke liegende Gebiet lag in Preußen. In Preußen galt der julianische Kalender, in Russland der gregorianische, die Differenz zwischen den beiden Kalendern betrug 13 Tage. Ging man also auf der Brücke von einer Seite auf die andere, so hatte man einen Zeitunterschied von 13 Tagen dafür benötigt. Eine fürwahr lange Brücke! Ganz klein links übrigens eine Hochzeitsgesellschaft... |
![]() Der idyllische Santakos-Park an der Landspitze der Altstadt zwischen Neris und der Nemunas. Komischerweise ohne Hochzeitsgesellschaft... |
![]() Links der Nemunas (die "Memel"), rechts die Neris. Hier an der Landspitze des Zusammenflusses fand man Überreste von menschlichen Siedlungen aus dem 4./5. Jahrhundert - der Ursprung der Stadt Kaunas. Viele Spaziergänger zieht es heutzutage hierhin, offenbar in gewisser Weise eine "magischer Ort" für die Einheimischen. |
![]() Der Blick von der Landspitze in Richtung Altstadt gibt einen Eindruck, wie groß der Park ist. |

![]() Die St.-Georg-Kirche mit Kloster. Nach einer Woche in Vilnius fällt einem der noch größere Sanierungsbedarf in Kaunas durchaus auf. |
Die Altstadt von Kaunas erkunde ich ausführlich. Sie ist groß, beeindruckend, zumeist gepflegt, ohne "geleckt" zu wirken. Und einzelne Gebäude erscheinen gar dem Verfall nahe zu sein - insgesamt gibt man sich aber spürbar Mühe. Der Rathausplatz (Rotušės aikštė) ist prachtvoll mit dem prunkvollen Rathaus in seiner Mitte. Mit seinem 53 Meter hohen Turm wirkt das Rathaus eher wie eine Kirche, wegen seine strahlend weißen Farbe wird es auch "Weisser Schwan" genannt. Ein Bummel durch die Seitenstraßen erinnert mich zuweilen an die Altstadt von Lübeck. Immer wieder gibt es kleine Durchgänge in Höfe oder zu Hinterhäusern und oft lohnt es sich, hier einmal hindurch zu lugen, man findet viel charmantes.

![]() Wer denkt denn da??? Literaturmuseum, Maironis Denkmal und unbekanntes Liebespaar auf der Westseite des Rathausplatzes. |
![]() Saniert / nicht saniert im Vergleich... |
![]() Der "Weisse Schwan" - das Rathaus von Kaunas. Am Samstag ist der ganze Rathausplatz voller Hochzeitsgesellschaften, die zum Teil mit Bussen herangeschafft werden. |

![]() Gebäudedetails. |
![]() Die Ostseite des Rathausmarktes. |

![]() In den Nebenstraße findet man noch viele sanierungsbedürftige Häuser. |
![]() Eine typische Nebenstraße der Altstadt, am Samstag natürlich mit Hochzeitslimousine.. |
![]() Schönes Backsteinhaus in der Vilniaus gatvė. |
![]() Oft lohnt es sich, den Kopf einmal noch oben zu wenden und die kunstvollen Dachgiebel wahrzunehmen! Mal so... |
![]() ... und mal so. |

![]() Einer von zahlreichen Durchgängen zu Hinterhäusern, Nebeneingängen, Nebenstraßen... |
![]() Fein säuberlich abgetrennt ein Fahrradweg in der Vilniaus gatvė. |
![]() Wo die Bausubstanz zur Sanierung dann wohl doch nicht mehr reichte baute man modern, aber durchaus stilvoll. |
![]() Graffiti sah man in Kaunas recht selten - und dann auch nicht sehr kompliziert... |
![]() Aber auch die Altstadt blieb vor Verkehrsachsen nicht verschont. |
Seine wohl größte Zeit erlebte Kaunas vom 9.10.1920 bis zum 10.10.1939. Die eigentliche Litauische Hauptstadt Vilnius war von Polen besetzt und "geschluckt" worden, die Litauische Regierung verlegte ihren Sitz vorläufig nach Kaunas, was der Stadt schnell wirtschaftlichen und kulturellen Auftrieb verschaffte. Danach wurde Litauen von der Sowjetunion annektiert - und Kaunas verlor seine bedeutende Rolle wieder. Im Vorpark des sehr schönen damaligen Regierungsgebäudes finden sich Stauten der von hier aus regierenden Ministerpräsidenten, und zahlreiche im Park aufgestellte großflächige Fototafeln vermitteln ein gutes Bild der damaligen Zeit in Kaunas. Schon am 24. Juni 1941 gab es schon wieder neue Herren in Kaunas: die Deutschen marschierten ein. Anders als in Vilnius kam es, auch schon vorher, zu grauenhaften Progromen an der jüdischen Bevölkerung - durchgeführt vor allem durch Litauer, geduldet von Deutschen. Von ehemals 37.000 Juden in Kaunas überlebten nur 2.500, als im Oktober 1944 die Rote Armee die Stadt wiederum einnahm.
![]() Von 1920 bis 1939 der Regierungssitz von Litauen. |
![]() Gelb - wie die Sonne, grün - wie das Land, rot - wie das für die Freiheit vergossene Blut: Die Farben Litauens. |
![]() Der Eingang zum Park vor dem alten Regierungsgebäude. |
![]() Etwas steif in Bronze gegossen: der in bewegten Zeiten nach dem ersten Weltkrieg bis in den zweiten Weltkrieg hinein in verschiedenen Positionen für die Unabhängigkeit Litauens ringende Antanas Smetona, der sich dann auch schon mal mit Hilfe eines Militärputsches an die Macht brachte. |
![]() Eher väterlich wirkt da die Figur von Aleksandras Stulginskis, in den 20er Jahren Staatspräsident, er landete für viele Jahre im sowjetischen Gulag. |
![]() Geschichte ganz plastisch dargestellt: Im Garten des Präsidenten Palastes in Kaunas stehen zahlreiche große Fototafeln - hier ein Foto von der Feier zum zehnten Geburtstag der Unabhängigkeit Litauens 1928. |
Der alte Regierungssitz ist heute an Fußgängerzone in der Viliaus gatvė der Altstadt gelegen. Diese ist zwischen den vielen alten Häusern sehr schön gelegen - nur leider sehe ich am Samstagvormittag bis zum Mittag kaum Leute, die sich hier aufhalten. Es herrscht ein zuweilen schon fast gespenstige Leere. Gut, dass es immerhin so viele Hochzeitsgesellschaften gibt, die für etwas Leben in diesem Stadtteil sorgen!
![]() Kaunas, die Hochzeitsstadt! Hier gleich zwei Hochzeitsgesellschaften, eine dritte im Hintergrund vor dem Eingang zum Rathaus. |
![]() An jeder Sehenswürdigkeit der Stadt (hier an der Burg) sah man den ganzen Tag über die Hochzeitsgesellschaften auftauchen - immer begleitet von einem offenbar professionellen Fotografen und einem Filmer. In allen erdenklichen Positionen musste dann immer ausdauernd posiert werden. |
![]() Die Stretch-Limousinen haben am Wochenende Hochkonjunktur. |

![]() Auch mitten in der Fußgängerzone des "Neuen Zentrums" mussten die Hochzeitfotos gemacht werden. |
![]() Und gleich die nächste Fußgängerzone: die Laisvės alėja. Das "neue Zentrum". 1,6 Kilometer lang, 30 Meter breit und schnurgerade. Es war die erste Fußgängerzone der Sowjetunion - und sie ist immerhin etwas belebter, als die Vilniaus gatvė. |
![]() Detail am Beginn der Laisvės alėja - Kunst ist in der Einkaufsstraße reichlich vertreten. |
![]() Sozialistischer Baustil in Reinkultur: Das Hauptpostamt in Kaunas. |
![]() Die Lindenallee in der Fußgängerzone - wie an der Schnur gezogen. |
![]() Ein typisch sozialistischer "Vorzeigebau", die Fenster sind jetzt immerhin neu. Und im Erdgeschoss befindet sich mittlerweile... |
![]() ...Gerry Weber - unter dem bröckelndem Putz. |
![]() Interessant ist oft der Blick von den Geschäften nach oben: Viele Läden sehr, sehr schick - die Bausubstanz darüber marode und wie hier leerstehend. |
![]() Der Zustand des Hauses, das den schicken Marc O'Polo-Laden beherbergt, ist schon fast ruinös: Man konnte gar durch verschiedene Stockwerke diagonal durchs Gebäude schauen... |
![]() Etwas südlich der Fußgängerzone - das schöne Musiktheater. |
![]() Die Statue von Vytautas dem Großen (regierte Litauen im 14./15. Jahrhundert). Er besiegt symbolisch Polen, Teutonen, Russen und Tataren. |
![]() Beim Blick gen Osten hat man ständig die eindrucksvolle Hl.-Erzengel-Michael-Kirche auf dem Unabhängigkeitsplatz vor Augen. |
![]() Das große, zentrale Kaufhaus Merkurijus - geschlossen! Wie ich litauischen Internetseiten entnehmen konnte (ohne sie vollständig zu verstehen...), soll es einen großen Umbau geben. |
![]() Man hat sich viel Mühe gegeben, die Fußgängerzone großzügig und aufgelockert zu gestalten - wie hier mit dem schön gestalteten Springbrunnen. |
![]() Mitten in der Innenstadt: Eine Skulpturen-Galerie. |
![]() Kunst im öffentlichen Raum. In Kaunas kann man viele liebevoll gestaltete Details entdecken... |
![]() ...So, wie auch diesen Kollegen, der in aller Gelassenheit mit seinem üppigen "Einkauf" in der Fußgängerzone verweilt. |
![]() In einigen Häusern herrscht auch in den Läden Leerstand - dort hat man dann großformatige Fotos Szenen aus besseren Zeiten der Einkaufszone ausgestellt. |
![]() Diese Fotos sehen dann zum Beispiel so aus, wie auf diesem Bild aus kommunistischen Zeiten der Sowjetunion 1984. |
![]() Aber: im "neuen Zentrum" von Kaunas gibt es nicht nur langsam herunterkommende Bausubstanz - es wird auch neu und modern gebaut. |
![]() Eine kleine Tücke der Fußgängerzone: Es gibt immer wieder Querstraßen, wo man den Autoverkehr beachten muss... |
![]() Auch hier - natürlich! - Hochzeitsgesellschaften. |
![]() Die Hl.-Erzengel-Michael-Kirche - groß und beeindruckend. |
![]() Detail an der Hl.-Erzengel-Michael-Kirche. |
![]() Direkt gegenüber der Hl.-Erzengel-Michael-Kirche, auf dem Unabhängigkeitsplatz, ist das große Mykolas-Žilinskas-Kunstmuseum, in deren Eingangsbereich diese ca. 10 Meter hohe Statue "Mann" steht und den Eindruck macht. Man hat den Eindruck, der Nackte (er zeigt den griechischen Siegesgott Nike) wolle die Kirche gleich gegenüber umarmen. |
![]() Auch auf dem Unabhängigkeitsplatz. |
![]() Blick auf die Hl.-Erzengel-Michael-Kirche von der Technischen Universität Kaunas aus. |
![]() Etwa vom gleichen Standort aus aufgenommen, wie das darüber stehende Foto - nur in die die gegenüberstehende Richtung: für Litauen typische Holzhäuser. |
![]() Hier hat "morfai" seine pfiffige Spur auf einem Radwegeschild hinterlassen. Wer im Internet nach Morfai sucht, findet dort vieles Einfallsreiches - wie z.B. hier! |
![]() Im Vytauto-Park, auf einer Anhöhe gelegen. Die Nachfrage nach den offenbar fest installierten Karussells war sehr gering - und die bedauernswerte Kassiererin entsprechend sehr gelangweilt.
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![]() In der Umgebung des Vytauto-Parks kann sehen, dass es vielen Bewohnern von Kaunas doch ausgesprochen gut geht! |
Während meiner Fahrt nach Kaunas ist wegen Bauarbeiten die Bahnstrecke zum Hauptbahnhof gesperrt, ich werde auf einem entlegenen Vorstadtbahnhof aus dem Zug geschmissen. Das gibt mir einerseits die Gelegenheit, auch einmal einen Randbezirk der Stadt ein wenig zu erkunden, andererseits komme ich in den Genuss einer Fahrt mit den angenehmen super-modernen Trolleybussen (elektrische Oberleitungsbusse). Warum man solche fast gar nicht in deutschen Städten einsetzt, konnte mir bis dato noch niemand erklären...
![]() Gleich bei der Vorort-Bahnstation: Kreuze an der Ortseinfahrt nach Kaunas. |
![]() Am Stadtrand von Kaunas: Plattenbauten, nicht sehr groß und in lockerer Bauweise. |
![]() Ein Blick in Richtung der Industriebauten: nicht sehr Vertrauen erweckend... |
Vieles habe ich in der Stadt aber auch nicht mehr erkunden können - oder auch nicht mehr mögen. Sehenswerte Kunstmuseen (wie das Mykolas-Žilinskas-Kunstmuseum oder das große M.K. Čiurlionis-Kunstmuseum) erwarteten meinen Besuch vergeblich, ebenso wie das weltweit einmalige Teufelsmuseum, das für einen Touristen eigentlich ein "Muss" ist.
Ob Kaunas aber wirklich eine Reise wert ist, möchten Sie wissen? Nun ja, die Stadt hat einiges zu bieten, und wenn man schon "in der Gegend" ist sollte man sie auf keinen Fall auslassen! Als Tagesausflug war der Aufenthalt in Kaunas schlicht toll! Auch ein zwei- oder dreitägiger Aufenthalt ist ganz sicher nicht zu lang, sofern man Lust auf die Erkundung von Städten und seinen Museen hat. Wie gerne würde ich einmal einen lauen Sommerabend in der malerischen Altstadt erleben! Obwohl: extra aus Deutschland anreisen würde ich hierfür wohl nicht...
"Sveiki atvykę į svetingajį Kauną!" / "Welcome to the friendly city of Kaunas!" steht auf den Informationstafeln für Touristen - und in der Tat: die Stadt macht zwar einen etwas verschlafenen Eindruck, aber dabei vor allem auch einen sehr freundlichen, liebenswerten!
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Meine Empfehlung: Ein Reiseführer, der viel mehr als Kaunas enthält - mir aber viele vorzügliche Hinweise zu dieser Stadt gab: |
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